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Der jüdische Student · 1933-02-01 · Heft 1 (Februar 1933) · p. [Seite]

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Journal
Der jüdische Student
Volume
30 (1933)
Issue
Heft 1 (Februar 1933)
Date
1933-02-01
Page
[Seite] (sequence 61)
Language
German
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auch überflüssig sein, diesen Artikel zu schreiben. Bei wirtschaftlichen Entscheidungen fiind näufäg andere Fragen beistimmend als die der Bundesbrüderlichkeit, aber über diese Sonderfälle hinaus sollte, wie in jeder anderen ähnlich gelagerten Organisation, die gegenseitige wirtschaftliche Hilfe auch unter uns Bundesbrüdern selbstverständlich sein. Jeder von uns hat das nötig. Der Arzt wie der Anwalt, der Buchhändler wie der Architekt, der Kaufmann wie der Chemiker oder der Aktive. Jeder hat das heute nötig und jeder rechnet damit, und wenn niemand bisher über die Dinge gesprochen hat, so wahrscheinlich deshalb, weil er sich nicht nachsagen lassen wollte, pro domo zu sprechen. Sicherlich soll das K.J.V. nicht ein Tummelplatz unserer beruflichen Tätigkeit sein, doch wir haben, glaube ich, überhaupt, und besonders in dieser Zeit, das Recht, pro domo zu sprechen, und wir haben die Aufgabe zu prüfen, warum diese primitivste Pflicht der Bundesbrüderlichkeit bisher so sehr vernachlässigt wurde. Vorweg darf ich erwähnen, daß die Ansätze, dem Mißstand abzuhelfen, in. E. nicht sehr glücklich sind. Die Aufteilung in Fachgruppen, vom Präsidium vorgeschlagen und an manchen Orten durchgeführt, nimmt eben durch die fachliche Trennung der Arbeit, die große Linie, beschränkt den Aktionsradius und ist vor allem nicht geeignet, an die eigentliche Fehlerquelle heranzukommen. Durch das Berufsgruppen-System können in der Hauptsache Mediziner und Anwälte erfaßt werden, während die anderen Gruppen, Chemiker, Architekten, Kaufleüte usw. nur sehr schlecht zusammenzufassen sind. So wichtig es^ auch ist, innerhalb der beiden vorgenannten Gruppen, wie in jeder Einzelgruppe überhaupt das Prinzip der gegenseitigen Hilfe durchzuführen, so wenig darf vergessen werden, die zwischen den einzelnen Gruppen bestehenden wirtschaftlichen Verknüpfungen unserem Plan nutzbar zu machen; es gibt da hundert Möglichkeiten, die innerhalb einer Fachgruppe nicht gegeben sind, und bei dem einzelnen Bundesbruder den Blick auf seine Fachgruppe zu konzentrieren, bedeutet Verzicht auf große Energien, die uns nutzbar zu machen sind. Deshalb bin ich gegen die Bildung von Berufsgruppen und dafür, daß diese Arbeit in einer Person resp. in einer Stelle zusammengefaßt ist, die allerdings über das Technische hinaus vor allem die Aufgabe hat, die geistige Prädisposition für eine gute Zusammenarbeit zu schaffen, denn ich glaube, daß es sich hier viel weniger um eine organisatorische als vor allen. Dingen um eine erzieherische Arbeit handeln muß, die auch den A.H. wieder in den Kreis der Bundesbrüderlichkeit zurückführen soll. Als vor wenigen Wochen aus der Diskussion eines Kölner B.V. - Konvents heraus die Frage nach dem Begriff „Bundesbrüderlichkeit" einmal wieder gestellt wurde, ließen die Aeußerungen auch sogenannter guter Bundesbrüder mit erschreckender Deutlichkeit erkennen, wie wenig von diesem schönsten Begriff enger Zusammengehörigkeit, von dieser besten. Quelle gemeinschaftlicher Arbeit, politischer und menschlicher Schlagkraft übrig geblieben ist. Sentiments in dieser Hinsicht liegen mir fern, aber eine A.H.-schaft des KJ.V. hat nur dann einen Sinn, wenn sie über alle notwendigen menschlichen und zionistischen Differenzierungen hinaus einen engen Zusammenschluß gleichst

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