Der jüdische Student
- Journal
- Der jüdische Student
- Volume
- 30 (1933)
- Issue
- Heft 1 (Februar 1933)
- Date
- 1933-02-01
- Page
- [Seite] (sequence 56)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
- OCR quality
- 95% known words query
- IRI
…/3537599-3537840-3537841--8625-3546689- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
Mentioned entities
OCR text
zwar einen Tendenzkurs (Paul Jacobi) und einen Palästinakurs (Leitung Bbr. Bbr. Teitelbaum und Deutschländer). Ein gemeinsamer Verbindungskurs soll zionistische Probleme zur jüdischen und nichtjüdischen Umwelt und akute Palästinafragen wie Mittelstandskolonisation und ähnliches behandeln. Da sich die Vorträge der Ortsgruppe durchaus in diesem Rahmen bewegen (u. a. fanden bisher folgende statt: Grundlagen des vereinigten zion, Sozialismus, Bbr. Boris Eisenstedt, Danzig; Zion, Welt Jugendbewegung, Bbr. Nehemia Ginsburg; Nichtjüdische Auffassungen über die Judenfrage;), werden diese Veranstaltungen ins Wochenprogramm einbezogen und sind offiziell. Einen neuartigen Versuch unternahm neulich Kurt Winter, die Situation des jüdischen Volkes in den Jahren des Babylonischen Exils 586 bis 536 an Hand von Quellen aus Jesaja, Jeremia, Jecheskel, Echo und Psalmen aufzuzeigen. 6 Bbr. assistierten ihm bei diesem „Vortrag", der äußerst erfolgreich verlief und über dem Niveau sonstiger Geschichtsbetrachtungen stand. Hierüber wird unter Umständen noch ausführlicher zu berichten sein. Eine Woche vorher sprach Bbr. Hans Perles über „Fragen zur Organisierung der Weltjudenheit". Zwei Fuxenabende gaben den Füxen in geschlossenem Kreise erwünschte Gelegenheit, sich über Verbindungs- und Erziehungsfragen auszusprechen. An der zion. Außenarbeit, speziell Fonds, Ortsgruppe, Jugendarbeit beteiligten wir uns zum Teil offiziell. Nach großen Mühen und anfänglichen Mißerfolgen arbeitet der in diesem Semester neugegründete Schülerbund jetzt durchaus ansprechend. Es werden dort Diskussionsabende über Kommunismus, Assimilation usw. von Bbr, Bbr. geleitet und durchgeführt. Hebräisch lernen wir bei unserem ausgezeichneten palästinensischen Lehrer Navon, der auf die gesamte zionistische Jugend hier äußerst anregend wirkt, besonders durch seine ganz neuartige Gestaltung des Oneg Schabbath und der Feiern. Wir hoffen, in diesem Sinne unser Semesterprogramm gut und ungestört zu Ende führen zu können. München« Wir begannen das Semester mit einer Aktivitas von 18 Bbr., davon 6 i.a.B., 2 Dispensierte und 2 Fuxen. Eine für Münchener Verhältnisse erfolgreiche Keilarbeit ermöglichte uns bis jetzt 5 Rezeptionen. Bemerkenswert erscheint uns, daß zwei von diesen Neuerwerbungen aus zionistisch — ja sogar jüdisch völlig desinteressierten Kreisen kommen. Ein abschließendes Ergebnis unserer Keilarbeit liegt noch nicht vor, da wir bis Semesterschluß noch auf 2 Rezeptionen hoffen können. Mit der Außenarbeit konnten wir erst beginnen als die Verbindung, die großen Teils erst dieses Semester zusammengesetzt wurde, sich konsolidiert und ein guter Zusammenhalt innerhalb der Aktivitas sich herangebildet hatte. Dazu trug besonder* unsere gut gelungene Weihnachtsfahrt in die Alpen bei Die K.K.L.-Arbeit wurde bis jetzt in nicht befriedigendem Maße durchgeführt. Doch hoffen wir durch eine Nachaktion diesen Mangel wieder auszugleichen. Eine Werbeveranstaltung von größerer Bedeutung wird unsere Fahrt nach Augsburg darstellen (14. Februar), wo wir eine „gesprochene Zeitung" aufführen werden^ 54