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Der jüdische Student · 1933-02-01 · Heft 1 (Februar 1933) · p. [Seite]

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Der jüdische Student
Volume
30 (1933)
Issue
Heft 1 (Februar 1933)
Date
1933-02-01
Page
[Seite] (sequence 34)
Language
German
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unserer Alten Herren in Palästina verlassen können. Es ist eigentlich unnötig* zu wiederholen, daß —r wie ich es selbst erlebt habe —? unsere Alten Herren sich mit jedem angekommenen Bundesbruder freuen, wie gut man uns überall aufgenommen hat usw. Man muß aber gleichzeitig einsehen, in welchen materiellen Verhältnissen unsere Alten Herren dort leben, um zu verstehen* daß man in keiner Kalkulation der Reisekosten auf die Hilfe der Alten Herren, rechnen kann. Ich will einen Weg zeigen, wie man die Palästinareise mit 300 Mark machen kann. Während meiner dreimonatlichen Wanderung in Erez Jisrael bin ich mehrmals von Kwuzoth und Kibbuzim eingeladen worden, bei ihnen ein paar Wochen zu bleiben und zu arbeiten. In allen Kwuzoth habe ich die sogenannten „Orchim", Gäste getroffen, die nur eine Weile in der Kwuzah bleiben und für Verpflegung arbeiten. Man muß gleich feststellen, daß die Kwuzah bei solchen Gästen nichts daraufbezahlt, weil sie durchschnittlich für die tägliche Verpflegung einer Person 4 Grusch ausgibt, d. h. nur ein Fünftel des täglichen Verdienstes eines Arbeiters. Es ist leicht möglich, daß in jedem Jahr 10—15 junge Bundesbrüder in solchen Kwuzoth Arbeit bekommen. Man kann alle 14 Tage den Arbeitsplatz wechseln, unterwegs die anderen Kwuzoth. besuchen (in jeder wird man willkommener Gast für einen Tag sein), so daß in 10 Wochen man ein vollkommenes Bild von Palästina bekommen kann — abgesehen von den großen Städten. Also: da der Aufenthalt in Palästina auf diese Weise gar nichts kostet, braucht der Bundesbruder nur das Geld für die Reise. Ich weiß aus Erfahrung, daß sich eine solche Reise nur in den großen,. 3 Monate dauernden Ferien lohnt. Die 6 Wochen langen Ferien genügen dafür nicht. Im Sommer kann man leicht hin und zurück vierter Klasse fahren, und das kostet 160 Mark. Auf .die Reise nach und von Triest kommen 80 Mark- Es bleiben also noch 60 Mark für Visum, Reisen in Erez Jisrael usw. Selbstverständlich müssen solche Reisen unter Aufsicht des Präsidiums gemacht werden. Das Palästinaressort muß schon vorher feste Vereinbarungen mit bestimmten Kwuzoth treffen, so daß die Bundesbrüder vom Hafen direkt in ihre Kwuzah fahren können. Man kann fragen, ob die Bundesbrüder mit dem Kennenlernen der palästinensischen „Provinz" zufrieden sein werden. Wie stellt man sich eine Reise in Erez Jisrael vor, ohne Tel Awiw und Jerusalem zu sehen? Ich kann die Frager beruhigen: Sind unsere Bundesbrüder schon einige Wochen in Palästina, werden sie bestimmt Gelegenheit finden, für ein oder zwei Tage nach diesen Städten zu fahren. Die Fahrpreise sind sehr niedrig, die Reise von Tel Awiw nach Jerusalem kostet nur 90 Pfennig, von Tel Awiw nach Haifa 3 Mark. Man kann auch fragen, ob unsere Bundesbrüder in der vierten Schiffsklasse fahren können, ob sie arbeiten können usw. Darauf gibt es keine allgemeingültige Antwort. Ich weiß, daß Bundesbrüder mit 300 Mark die Reise gemacht haben, ich weiß, daß Bündesbrüder, um Geld zu sparen, von der deutschen Grenze nach Triest 14 Tage lang zu Fuß gegangen sind. Es hängt nur von dem starken Willen und dem Drang der Bundesbrüder ab, doch das muß man voraussetzen, denn anders können sie die Reise nicht unternehmen. 32

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