Der jüdische Student
- Journal
- Der jüdische Student
- Volume
- 30 (1933)
- Issue
- Heft 1 (Februar 1933)
- Date
- 1933-02-01
- Page
- [Seite] (sequence 29)
- Language
- German
- Belongs to
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Herren des KJV., die Alten Herren des Sport-VJSt., und, was wichtiger ist, eine Gruppe der Jugend unseres Kartells verknüpft haben, für sie die Verantwortung mittragen. Dieses eine Versprechen aber lautet wiederum: Schamor wesachor bedibbur echad — Wir wollen auch in Zukunft, indem wir uns des Ausgangs erinnern, einander und der Sache die Treue bewahren. Keiner von uns weiß heute, wer von uns nach weiteren 10 Jahren noch leben, keiner weiß, welches der Weg des Zionismus und des Judentums nach weiteren 10 Jahren sein wird. Aber das eine wissen wir: es wird auch nach 10 weiteren Jahren wieder Anlaß sein, das Werk des Erich Rosenkranzbundes in Freude und Dankbarkeit zu feiern, wenn auch in Zukunft Bundesbrüder da sein werden, die bereit und imstande sind, das Erbe unserer bundesbrüderlich-zionistischen Wirkens zu bewahren. Ich habe die Gewißheit, daß es uns an solchen Bundesbrüdern nicht fehlen wird; ich habe die tiefe Ueberzeugung, daß die Stärke unserer bundesbrüderlichen Verbundenheit und die Echtheit und Vielfarbigkeit unseres zionistischen Wollens und Wirkens auch in Zukunft die Kraft der Anziehung und des Festhaltens auf Männer, die zionistisch leben und wirken wollen, behalten werden. In solchem Vertrauen und solcher Zuversicht grüße ich die Zukunft des Rosenkranzbundes mit dem alten hebräischen Glückwunschgruße: Beracha wehazlacha ledor dorim — „Möge unserem Bunde in allen kommenden Generationen Glück und Erfolg beschieden sein." Wegweiser für Palästinareisende. Bericht von einer Reise. Von Hans Rothschild (Ruder-V.J.St.), Berlin. I. Angesichts der Tatsache, daß wir kurz vor Beginn einer durch das Präsidium veranstalteten Palästinareise stehen, möchte ich mich gerne eines Auftrages palästinensischer Bundesbrüder entledigen und über einige Beobachtungen und Feststellungen, die ich während meines leider nur kurzen Palästinaaufenthalts gemacht habe, berichten. II. Zunächst etwas Allgemeines: Gewöhnt Euch mehr als bisher an, Palästina im Rahmen des vorderen Orients zu sehen. Dieses Land wird Euch besser verständlich, wenn Ihr bei Eurer Reise noch eines seiner Nachbarländer besucht, sei dies nun Syrien oder Transjordanien oder Aegypten. Ihr werdet besser seine abweichende Entwicklung begreifen, seine weitgehende Europäisierung, seinen vergleichsweise enormen wirtschaftlichen Aufschwung und vieles andere. Wenn Ihr die Absicht habt, nach Palästina überzusiedeln, bedenkt auch und erst recht diesen Rahmen. Lernt nicht nur hebräisch, sondern auch arabisch, englisch und französisch, die wichtigen Verkehrssprachen des Orients. Beachtet bei Eurer beruflichen Vorbereitung auch die Nachbargebiete, denn Palästina ist ein kleines Land, für den Akademiker als Arbeitsfeld manchmal zu klein, außerdem die naturgegebene und im Ausbau begriffene Länderbrücke. 27