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Der jüdische Student · 1933-02-01 · Heft 1 (Februar 1933) · p. [Seite]

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Journal
Der jüdische Student
Volume
30 (1933)
Issue
Heft 1 (Februar 1933)
Date
1933-02-01
Page
[Seite] (sequence 19)
Language
German
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ich glaube, daß die Einrichtung des B.C. an sich gut ist und nur wieder hergestellt werden muß. Dazu soll der zunächst auf ein Jahr geschaffene Verbindungsrat dienen. Ueber seine Befugnisse und Aufgaben steht das Notwendige in den Richtlinien. Ich möchte hier nur darauf hinweisen, daß der V.R. nicht als eine neue Instanz aufzufassen ist, daß er nicht dazu dienen Söll, nun eine große Reinigungsaktion zu ermöglichen. Er soll vielmehr unsere Verbindungen dadurch beleben, daß er ihm einen inneren Auftrieb gibt. Es wird eine Ehre sein, dem V.R. anzugehören, durch ihn werden auch Bundesbrüder, die nicht die Charge haben, voll verantwortlich an der Verbindungsarbeit teilnehmen. Allerdings wird er auch die Zusammensetzung unseres Kartells regulieren. Deswegen seine Befugnisse beim Zulassen zum B.C., deswegen sein Urteil über die endgültige Aufnahme neuer Bundesbrüder, deshalb sein Ausschlußrecht. Um gerade hierfür gewisse Sicherheiten zu schaffen, wurde die Appellation an den B.C. unter bestimmten Bedingungen hinzugefügt. Die Bedeutung unserer Bemühungen, das Kartell geschlossener und einheitlicher zu machen, ihm wie früher wieder ein Gepräge zu geben, geht aber über das Kartell hinaus. Wir sind wohl alle mit dem augenblicklichen Zustand der zionistischen Organisation in vielem nicht zufrieden. Wie der Zionist überhaupt weiß, daß er großes nicht erreichen kann, wenn er nicht im kleinen anfängt, daß er Menschheitsfragen nicht lösen kann, wenn er nicht ,,den Umweg" über das jüdische Volk geht, so glaube ich auch, daß wir erst bei uns selbst im Kartell anfangen müssen, wenn wir wünschen, * die zionistische Organisation in unserem Sinne zu beeinflussen. Wird das Kartell wieder im besten Sinne zionistisch sein, wird der KJV.er wieder als der Typ des deutschen Zionisten schlechthin gelten, dann werden wir als Ganzes aber auch jeder Einzelne in der zionistischen Organisation Einfluß gewinnen. Wir brauchen dann vielleicht nicht mehr unzufrieden zu sein, sondern können da, wo wir es für nötig halten, selbst eingreifen und die zionistische Bewegung nach unseren Vorstellungen mitgestalten. Eigenbericht über das Referat auf der AlteHerrentagiing. Von Edgar Marx, Hamburg. Die Aufgabe, über unsere Möglichkeiten im Kampf um das deutsche Judentum zu sprechen, ist eine durchaus undankbare. Man kann nur unter Verzicht auf die nun einmal reizvolleren, ideologischen Auseinandersetzungen sehr nüchterne Berichte aus der zionistischen Tagesarbeit geben, und es muß sehr viel die Rede sein von Verpflichtungen des Einzelnen. Das Referat versuchte zunächst zu zeigen, daß drei Momente für die Situation der Juden in Deutschland kennzeichnend sind: sie sind politisch heimatlos, sie sind depossediert, ihre wirtschaftlichen Aussichten sind fast chancenlos. Sie sind politisch heimatlos, weil es aus Gründen, die eingehend besprochen wurden, keine Partei mehr gibt, die die wirtschaftlichen Interessen derjenigen Schicht vertritt, der die große Masse der Juden angehörte.. Sie sind deposse- 3* n

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