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Der jüdische Student · 1932-11-01 · Heft 10 (November 1932) · p. [Seite]

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Der jüdische Student
Volume
29 (1932)
Issue
Heft 10 (November 1932)
Date
1932-11-01
Page
[Seite] (sequence 14)
Language
German
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düngen gut gearbeitet haben und ernsthaft auch an die Aufgaben zionistischer Außenarbeit herangegangen sind. Nach den Semesterberichten referierte Koq. rad Jacoby vom Präsidium über „Zionistische Erziehung im K. J. V.". Dem Referat folgte eine ausführliche Debatte, an der sich auch Herr Bunk (AI Hamischmar-Kowno) beteiligte. Am Abend fand in den Dünen ein Neschef statt Die Bundesbrüder lagerten sich um ein Feuer. Dabei wurden wieder bis spät nach Mitternacht hebräische Lieder gesungen. Außerdem berichtete A.H. Boris. Gurewitsch aus Riga sehr eindrucksvoll über seine Erlebnisse bei seiner letzten Palästinareise. Am Montag früh wurde das Camp durch eine Ansprache von A.H. Gurewitsch geschlossen. Es fanden nachher noch gemeinsame Ausflüge in die Umgegend statt. b> Referat Pauf Jacobi: „Wo stehen wir?" Der Angriff von außen war es, der allein vor hundert Jahren es vermochte, dem Juden das Judensein in Erinnerung zu rufen. Man schrie auf, protestierte, ja man schmiedete Projekte und — führte sie nicht aus. Befreiungspläne blieben, wie Lassalle sagte, „kindische Traume'*, Heut fehlen selbst die leidenschaftlichen Proteste- Wie reagierte denn das deutsche Judentum während des letzten Jahres auf die Progrome im Ausland? Nichts kann es noch erregen. Selbst die Progrome des Inlandes bringen es nicht zur Erhebung. Konnte Achad Haam noch die innere Knechtschaft bei äußerer Freiheit geißeln, heute existiert dieser Widerspruch nicht mehr. Die Einheit ist da, sie heißt: Innere und äußere Knechtschaft. Und dort, wo nicht alles abgestumpft ist, dort, wo es noch Köpfe gibt, findet man die Kopflosigkeit. Der Zionismus rannte gegen das Schielen auf den anderen an, wehrte sich dagegen, den anderen als Sprachrohr zu benutzen, zog gegen das Schutzjudentum zu Felde. Und heute empfehlen Zionisten die Wahl einer Partei, die programmatisch den Juden bei sich keine Stimme gewährt. Eine solche Opportunitäts-Politik, die sich nicht scheut, ihr höchstes Prinzip nicht nur zu brechen, sondern sein Gegenteil zu propagieren, ist nicht einer Gruppe adäquat, die sich die Erziehung ihres Volkes zur Aufgabe setzt. * Ein anderes, geringfügiges Symptom für die Kopflosigkeit scheint die ernsthafte Beschäftigung zionistischer Kreise mit den Vorschlägen Tedeschis zu sein. Man glaubt, durch irgendwelche organisatorische Maßnahmen dem Antisemitismus zu Leibe zu gehen, als sei er nicht ein natürlicher Prozeß, dessen unangenehmster Ausdruck die stillschweigende und nicht die offen antisei«1" tische Gesetzgebung ist. Durch einen Völkerbundspakt zur Diffamierung d'cS Antisemitismus kann aber höchstens diese stillschweigend antisemitische Gesetzgebung erreicht werden. In diese Reihe gehört auch die führende Beteiligung von Zionisten an ^cr Weltkonferenz und an der Vorbereitung zu einem sog. Jüdischen Weiikongrc~' Zionisten glauben, die Politik des jüdischen Volkes ohne notwendige ^cr Bindung mit der zionistischen Bewegung gestalten zu können und zu dürfet 276

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