Der jüdische Student
- Journal
- Der jüdische Student
- Volume
- 29 (1932)
- Issue
- Heft 9 (Oktober 1932)
- Date
- 1932-10-01
- Page
- [Seite] (sequence 32)
- Language
- German
- Belongs to
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nate von vier Bundesbrüdern wichtige Publikationen auf jüdischem Gebiet erschienen sind, nämlich außer dem hier besprochenen Buch von Preuß; die historischen Werke von Auerbach und Kastein und das umfassende Buch von Bonn£. Die Geschichte der jüdischen Arbeiterschaft Palästinas ist mit der Geschichte des Aufbaus von Palästina fast identisch: Die leidenschaftslose, nur auf Tatsachen basierende, durch und durch fundierte und belegte Darstellung von Preuß macht das erneut deutlich. Die Bilu waren arbeitende Elemente. Arbeiter, nicht nur im soziologischen, sondern nun auch im politischen Sinne des Wortes waren es, die das stagnierende Kolonisationswerk durch die 1905 einsetzende zweite Alijah wieder in Gang brachten und die in den Jahren bis zum Kriege durch die Gedanken der Eroberung der Arbeit, die Eigenwirtschaft der Arbeiter in der Form der Kwuzah durch die Schaffung der Wächterorganisation und durch den Beginn der Organisation der städtischen Arbeiterschaft eine entscheidende Aufwärtsentwicklung des Aufbauwerks durchsetzten. Die Arbeiter waren es, die dann während der Kriegszeit durch ihre Fähigkeit zu konstruktiver Selbsthilfe (Schaffung des Maschbir, der Krankenkasse, aber auch der Legionsbewegung) das Schlimmste verhüteten. Und dann kommt die Epoche der Nachkriegszeit, wo die Arbeiterschaft, die sich 1920 in der Histadruth geeinigt hatte, immer wieder der entscheidende Faktor der Entwicklung gewesen ist. Was die Arbeiterschaft in dieser Zeit immer wieder bewährt hat und noch heute bewährt, war die Verbindung einer großartigen Konzeption des Zionismus als der großen jüdischen Massensiedlungsbewegung auf der Grundlage der Arbeit in Palästina mit einer ungewohnlicnes Fähigkeitzur Ausarbeitung und zsr Durchführung derjenigen praktischen Projekte, die in jedem Augenblick möglich unq1 durchführbar waren« Wollte ich das im Einzelnen belegen, so müßte ich das Buch von PreuS hier abdrucken. Aber wer die Geschichte des Aufbaus in seinen Grundzügan kennt, weiß, wie immer wieder Kleinmut, Aehgstlichkeit und mangelnder Glaube durch die Arbeiterschaft überwunden wurde und wie immer wieder die Leitung, auch wenn sie keine Arbeitervertreter umfaßte, in die Richtung der Arbeiterschaft gezwungen wurde, da eben diese den Gedanken des Aufbaus am konsequentesten vertrat, und als einzige Gruppe mit ILecht von sich sagen konnte, daß ihre Sonderinteressen mit den Interessen des Aufbaus identisch waren. Nis hätten Ussischkin und Ruppin dea Kauf des Emek durchführen und das Emek besiedeln können, wenn nicht die Gruppen der Arbeiterschaft in Maris und Malul zu siedeln begonnen hfiüen, trotz aller Proteste der damals herrschenden Brandeisleute. Die Arbeiterschaft war es, vor allem der viel geschmähte Solei Boneh, die nach dem Aufhören der Periode der öffentlichen Arbeiten gegenüber der drolienden Arbeitslosigkeit die Parole des Städtehaus ausgab, die jüdischen Bauarbeiter heranbildete und den entscheidenden Anstoß zur Entwicklung der jüdischen Siedlungen in Haifa und Jerusalem und der eigentlichen Stadtwerdun^ von Tel Aviv gaben. Aber es waf auch die Arbeiterschaft, die zuerst die bedenklichen Erscheinaingen in der 4. Alijah sah und kritisierte und nicW sie trug die Schuld daran, wenn nian nicht auf sie hörte and es zu jefler Arbeitslosenkrise kommen sah, bei der die Arbeiterschaft die Last der Fehle' zu tragen hatte,. die sie als eia^0 255-