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Der jüdische Student · 1932-09-01 · Heft 8 (September 1932) · p. [Seite]

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Journal
Der jüdische Student
Volume
29 (1932)
Issue
Heft 8 (September 1932)
Date
1932-09-01
Page
[Seite] (sequence 39)
Language
German
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Bemerkungen. Hitler in Jerusalem* Im „JSt", Nr. 5 druckt Bbr. Tumbowsky einen Artikel „Hitler in Jeruolem" ab, der sich gegen einen (mir ^bekannten) Aufsatz von Eleasar Lu- :rany in der „Weltbühne" wendet Ich teile durchaus Ts. Ansicht über die Tatsache, daß eine solche Veröffentlichung an diesem Platze geeignet ist, :^en den Zionismus Propaganda zu ..lachen; nur literarische Snobisten können, wenn sie sich Zionisten nen- ::tn, sich einen derartigen „Sport" erlauben. Es ist ja leider nicht das erste Mal, daß sich Palästinenser dieit'S Organ für antizionistische Schmok- U-rcien aussuchen. Leider aber kann ich die Bemerkung von Tumbowsky, daß L. etwas ^schrieben habe, „dessen Wahrheit t-r absolut bezweifele", nicht teilen.!:n Prozeß gegen diejenigen, die die Vorlesung von Bentwich in der Universität gestört hatten (Aba Achi- :i:eier und Genossen), sagte der Verteidiger, der allen Palästinensern hinziehend bekannte Rechtsanwalt Zwil'-Üjahu Cohen, Mitglied des Zentralkomitees der palästinensischen Revi- '•^nisten, berüchtigt als Führer eines Prozesses gegen die Stadtverwaltung 'tl Awiw, der er das Recht abbrechen wollte, als Stadtverwaltung fungieren und Gesetze über Schab- 'thruhe'zu erlassen, wörtlich Fol- :ides (zitiert nach dem gewiß un- fdächtigen „Doar Hajom" vom : Mai 1932, dort in Fettdruck und Kommentar erschienen): "Ich muß bemerken, daß, wenn die ilieristen aus ihrem Programm den ■^nhaß streichen würden, auch wir :^ Seiten der Hitleristen stehen würwenn in Deutschland nicht die ^:!k-risten erstanden wären, so wäre .-'ulschland verloren. Ja, Hitler hat ,:Ulschland gerettet." Dies wurde als Antwort auf die Rede des Anklägers gesagt, der die Störenfriede des Hitlerismus beschuldigte. Du siehst, lieber Tumbowsky, daß die Sache zwar ungeheuerlich, aber wahr ist. Dergleichen gibts in Palästina; und wenn Ihr lesen würdet, welche Kübel von Schmutz das Organ dieser Partei in jeder Ausgabe über alle Parteien ohne Unterschied, iii erster Reihe über die Sozialisten, naturgemäß, aber ebenso über die Ikarin, über die „Allg. Zionisten", Misrachi, über jede abweichende Meinung ausgießt, so würdet Ihr nichts mehr für unwahrscheinlich halten. „Verrat", „Defaitismus", „Gemeinheit", „gekaufte Schurkigkeiten" usw. — das ist noch das mindeste. Diese kleine Clique, die in der revisionistischen Partei die Herrschaft hat, führt diese Art Politik nach bewußtem Rezept; sie hat, wie sie selbst zugibt, die Taktik der Faschisten auch in dieser Hinsicht übernommen, allerdings nicht deren Erfolge (in Tel Awiw erhielt sie 475 Stimmen von 12 543, in Petach Tikwah — 52 von 1340). Mir liegt nichts an einer Diskussion mit den deutschen Revisionisten aus so weiter Ferne; aber mir scheint, daß viele KJV.er die Wahrheit über die hiesigen R. nicht kennen, sonst würden sie über die Rede des Herrn Cohen nicht so erstaunt sein. Es würde sich vielleicht lohnen, mal Blütenlesen aus „Chasith Haam", dem jetzigen Organ der Revisionisten zusammenzustellen, der beste Anschauungsunterricht auch für die rev. KJV.er, sie v/ürden doch erschrecken vor diesem Tiefstand, die Folgen dieser Art Propaganda haben sich auch schnell gezeigt; sie hat sich an den Urhebern selbst gerächt; denn das* palästinensische Publikum will diesen Ton nicht. Dies zur „tatsächlichen Berichtigung." Walter Preuß. .

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