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Der jüdische Student · 1932-09-01 · Heft 8 (September 1932) · p. [Seite]

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Journal
Der jüdische Student
Volume
29 (1932)
Issue
Heft 8 (September 1932)
Date
1932-09-01
Page
[Seite] (sequence 20)
Language
German
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Andererseits soll die Bedeutung des Kongressen £ss der Organisation ein. geengt werden. Neben ihn, der von allen Anhängern des Zionismus gewählt wird, die durch Schekelkauf, wie auch heute lediglich üire Sympathie mit der Lösung der Judenfrage durch den Zionismus bekunden und die Kosten des Kongresses und der Exekutivbüros finanzieren, dürfte es notwendig sein, eine zweite Kammer zu schaffen, in der die wirklichen Trager der Z.O,, ihre „Mitglieder", besonders vertreten sind. Dieses Forum — nennen wir es Rat — konnte man in direkter Wahl durch die Ortsgruppenenllglieder oder auch indirekt durch die Landeszentralen wählen. Bei ihm mäSte die letzte Entscheidung in allen nicht bloß deklaratorischen Beschlüssen liegen. Einzelheiten der Kompetenzverteilung können hier nicht erörtert werdest. Jedenfalls muß erreicht werden, daß die Zionisten, die die wirkliche Arbeit leisten, auch einen größeren Einfluß haben, als die bloßen Anhänger, und daß gegen die Kammer, die speziell die Vertretung der Mitglieder ist, nie ein Beschluß des Kongresses wirksam werden kann. Der Rat soll zugleich das A-C. ersetzen, d. h. häufiger, vielleicht auch alle halben Jahre tagen; er soll eine sehr geringe Mitgliederzahl haben, da nur so die notwendige Aktionsfähigkeit der ganzen Körperschaft und die Mitarbeit jedes einzelnen erreicht, sowie das Diskutieren und Beschließen von Nebensächlichkeiten, die nur der parteipolitischen Propaganda dienen, am leichtesten verhindert werden kann. Zweckmäßigerweise würde die Exekutive und der Präsident der Z.O. auf Vorschlag des Rats vom Kongreß gewählt werden. Die Exekutive soll so klein wie möglich sein, um billig und aktionsfähig zu sein. Trotzdem wird es nötig sein, ein besonderes Organisationsdepartement zu schallen, dessen JLeiter keine aridere Tätigkeit daneben — wie heute die Propaganda — auszuüben hat. Denn an dem heutigen Stand unserer Organisation sieht maaa, daß ständig über sie gewacht werden muß. Innerhalb der Organisation müssen die Grundsätze des Zentralismus und der Autorität streng durchgeführt werden, damit die Exekutive tatsächlich die Macht bekommt, durchzusetzen, was sie will. Als letzte Konsequenz dieses Prinzips muß man der Exekutive das Recht geben, siclh nicht nur in die Angelegenheiten aller Landesverbände, sondern auch aller Ortsgruppen autoritär einzumischen. Sie muß jederzeit unfähige oder undisziplinierte Mitglieder einer Landeszentrale oder solche Ortsgruppenvorsitzende absetzen können, wie wir dies bei allen guten Organisationen finden. Der Präsident der Z.O. darf nicht, wie es heute der Fall ist, innerhalb der Exekutive nur primus inter pares sein, vielmehr muB er eine überragende Stellung einnehmen. Ihm müßte die Macht gegeben werden, in den Aufgabenkreis jedes Exekutivmitglieds einzugreifen, und, ebenso wie diese innerhalb ihrer Ressorts, von sich aus die Zentralen der einzelnen Landesverbände zu instruieren und zur Verantwortung zu ziehen. In besonders schlimmen Fällen müßte er auch die Exekutivmitglieder ihrer Aemter ertlheben können. Bisher setzt sich die Z.O. aus Landes- und Sonderverbänden zusammen. Diese doppelte Gliederung ist eine Hauptursache für die Unübersichtlichkeit der Organisation und die dauernde Verzettelung von Kräften in ihr. Es wäre aber nicht gut, die Sonderverbände einfach aufzuheben. Denn es kann niebt geleugnet werden, daß sie tatsächlich manche wichtige spezielle Aufgabe haben- Doch geändert werden muß die heutige Form der Sonderverbände: Dadurch, daß die Ortsgruppen eines Sonderverbands nur diesem unterstehen und nicht 210

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