Der jüdische Student
- Journal
- Der jüdische Student
- Volume
- 29 (1932)
- Issue
- Heft 8 (September 1932)
- Date
- 1932-09-01
- Page
- [Seite] (sequence 7)
- Language
- German
- Belongs to
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ZEITSCHRIFT DES KARTELLS JÜDISCHER VERBINDUNGEN Die im }. St. abgedruckten Beiträge sind, sofern nicht ausdrücklich etwas anderes gesagt ist, als personliche Meinungsäußerung des Verfassers anzusehen. 29. Jahrgang September 1932 Heft 8 Inhalt: Zionistische Jugend und zionistische Organisation <Ernst Marcus) — Zur Neuorganisierung des Zionismus: Grundlegende Bemerkungen {Heinz Wydra), Vergleichendes (Julius Kollensdier), Kritik und Aufbau (Ernst Brandt und Kurt Samolewitz> — Die Erziehung zum zionistischen Staatsbürger (Harry Srago) — K. J. V. * Erziehung (Fritz Saalberg) - Methoden zionistischer Propaganda: Blitrpropaganda(GerhardLiebes), Barak, eine Methode zionistischer Werbung (Hans Anton WolfF) — Die Brünner Ta* gung des Weltstudentenwerkes (Hans Klee) — Aus dem Kartell — Bemerkungen. Zionistische Jugend und zionistische Organisation. Von Ernst Marcus. I. In allen Parteiorganisationen nimmt die Jugend eine ihrer Eigenart entsprechende Sonderstellung ein. Da die politischen Parteien in ihrer Gestaltung von jenen bestimmt v/erden, in deren Händen die Macht ist und die mit. ihren geistigen und materiellen Machtmitteln den Kampf für die Partei führen, so ist es selbstverständlich, daß im besten Falle die in der Mitte des Lebens stehende Generation, oft aber eine noch ältere Führerschicht ihr adaequata Formen der Organisation solange als möglich aufrecht erhält, Beharrung und Tradition sind im Leben der Parteien ebenso stark wie im Leben der Staaten, jede Umbildung Jahrzehnte alter Gebilde erfordert vielleicht mehr Kraft und Gestaltungsfähigkeit als ihre Schaffung. So beherrscht die Organisation die Organisierten, und ihre Herrschaft ist härter, je straffer und individualitätsfeind- Kcher die Organisation ist. Darum ist auch bei allen radikalen Gruppen, die sich offensive Aufgaben setzen, und ein anderes Gebilde, etwa den Staat, umkurzen und ihrer Parteiorganisation gemäß umformen wollen, die Herrschaft der Organisation drückender als bei arrivierten, sich gegen den Ansturm neuer Kräfte verteidigenden Parteien. Besonders empfindlich gegen diesen von der Parteiorganisation ausgehenden Druck ist natürlich die Jugend. Ihr Widerstreben gegen die gewohnten Formen, ihre Distanz von den eigentlichen Ordnen der Partei ist um so größer, wenn sie ihrer Zahl nach in der Partei 197