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Der jüdische Student · 1932-06-01 · Heft 5 (Juni 1932) · p. [Seite]

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Journal
Der jüdische Student
Volume
29 (1932)
Issue
Heft 5 (Juni 1932)
Date
1932-06-01
Page
[Seite] (sequence 18)
Language
German
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Die Zusammensetzung beider Organisationen nach den von ihnen erfaßten Menschengruppen ist insofern die gleiche, als es sich bei beiden am Vereinigungen junger Akademiker handelt. Auch hierdurch wird eine gewisse Gleichgerichtetheit der Interessen auch jenseits des gemeinsamenzionistischen Zieles gewährleistet. Es wären also die besten sachlichen und persönlichen Voraussetzungen gegeben, um eine fruchtbare Zusammenarbeit zu ermöglichen. Zur praktischen Durchführung der Zusammenarbeit könnte nach meiner Meinung am besten eine Arbeitsgemeinschaft dienen, in der interessierende Themen gemeinsam behandelt werden. Eine solche Arbeitsgemeinschaft würde den sozialistischen und kommunistischen Studentengruppen entsprechen, die auch zur Verfolgung ihrer Ziele männliche und weibliche Studierende zusammenfassen. Ebenso erfolgreich wie die Zusammenarbeit in diesen Studentengruppen könnte nach meiner Meinung auch unsere Zusammenarbeit sein. Der Bildung solcher Arbeitsgemeinschaften stand jedoch die Tatsache im Wege, daß das KJV bereits in der festen Form seiner Verbindungen bestand, die nicht nur zionistisch ihre Mitglieder erfassen und erziehen wollen, sondern sie auch in Bezug auf die Entwicklung ihrer Gesamtpersönlichkeit weitgehendst zu beeinflussen suchen. Zur Erreichung dieses Zieles besteht ein sehr enger Konnex, ein Zusammenleben innerhalb des KJV. Einem so eng geschlossenen Kreis konnte sich die Zist nicht anschließen, es sei denn, daß die Bildung einer gemeinsamen Gruppe möglich wäre. Eine solche gemeinsame Gruppe, die auf der Grundlage der Koedukation aufgebaut sein müßte, würde das gegenseitige Verständnis vertiefen, darüber hinaus aber auch fruchtbar sachliche Arbeit zu leisten imstande sein. Leider ist auch für eine solche Gemeinschaftsgruppe nicht die Basis vorhanden, da die Struktur des KJV derart über seinen Rahmen hinausgehende Zusammenschlüsse nicht zuläßt. In seiner ganzen Struktur ist das KJV eine konservative Verbindung, die ihr Ziel, ihre Mitglieder in lebenslänglicher Bundesbrüderlichkeit zusammenschließen, in traditionsgebundener Form zu verwirklichen trachtet. Auch unsererseits ergaben sich gewisse Schwierigkeiten insofern, als die politische Vorbildung der Mitglieder der Zist, dieser erst neu entstandenen Gruppe, nicht derjenigen der KJV-Mitglieder entsprach- Hieraus erwuchs die Gefahr, daß das entscheidende Uebergewicht bei der Zusammenarbeit von vornherein bei den KJV-Mitgliedern liegen mußte. Dies zeigte sich auch bei den gemeinsamen Kursen, die die Zist mit der Maccabaea veranstaltete und die teils aus diesen, teils auch technischen Gründen (Ueberfüllung) nicht die erhofften Erfolge zeitigten. Die bisherigen Erfahrungen haben uns nun zu der Einsicht geführt, daß für ein enges Miteinander unserer Organisationen die Voraussetzungen vorläufig nicht gegeben sind. Immerhin bleibt uns die Möglichkeit, nach außen hin gemeinsam aufzutreten und durch solche gemeinsame Außenarbeit unseren Aktionen eine größere Schlagkraft zu verleihen. Erfreuliche Ansätze hierzu finden sich z. B. bei der Zusammenarbeit im Barak. Ebenso wichtig ist die gegenseitige Unterstützung in der inneren Arbeit, die z. B. durch den Austausch von Referenten, die uns das KJV schon öfters zur 148

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