Mannheim
Compact Memory

Der jüdische Student · 1932-05-01 · Heft 4 (Mai 1932) · p. [Seite]

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Der jüdische Student
Volume
29 (1932)
Issue
Heft 4 (Mai 1932)
Date
1932-05-01
Page
[Seite] (sequence 31)
Language
German
Belongs to
journal issue
OCR quality
96% known words query
IRI
…/3537599-3537829-3537833--8341-3546399
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

No entity mentions on this page.

OCR text

Bemerkungen, Macfit Schluß mit dieser fruchtlosen DiskussionI Auf dem K.T., auf dem letzten Konvent der Berl. Verbb. und in vielen Kursen vrurde in letzter Zeit über das Thema „Zionismus und Kommunismus" diskutiert. Viel Zeit ist vergeudet worden, die man besser hätte ausnutzen können. <Auf dem letzten Berliner Konvent ergingen sich die ersten Redner über Kommunismus, anstatt über das Semester- Programm zu sprechen.) — Bei meiner Sympathie für den kommunistischen Gedanken weiß ich aber, daß es ihm gegenüber nur ein nein gibt. Ich will nicht untersuchen, inwiefern sich beide Ideen einander feindlich gegenüberstehen. Die Begründung für diese Ansicht lautet: jede dieser Ideen verlangt Einsatz des ganzen Menschen. — Der Kommunismus duldet keine Kompromisse, der Zionis* raus erst recht nicht! Wir Kadimahner nennen unseren Zionismus „Staatszionismus", d. h. Träger einer ganzen Idee zu sein, die ein klares Ziel vor Augen hat und nur dieser einen . Mce zu dienen. Wenn man diese Ansicht vertritt, kann man gewiß über Kommunismus diskutieren, so wie man über Liberalismus oder dergL spricht, aber diese ewigen Diskussionen sind überflüssig. Irgend eine, wenn auch die kleinste, praktische Arbeit für Erezhrael ist wichtiger, als diese fruchtlosen Diskussionen! Jos. Rosenberg, V.J.St. Kadimah, Berlin. Wont jüdisdier Akademiker. V°n Walter Katschke. £>er Arbeitsausschuß des preußischen Landesverbandes für Maßnahmen zur Besserung der Wirt* schaftslage der deutseben Juden bat an die jüdischen Akademikerverbände einen Appell gerichtet, möglichst gemeinsam die Wirtschaftsnot jüdischer Akademiker zu bekämpfen. Auf diesen Appell hin fand nach einer unverbindlichen Vorbesprechung eine Konferenz von Vertretern des K.C. und K.J.V. in den Räumen des Kartells am 3. Mai statt. Bundesbruder Rothschild vom Präsidium und Herr Dr. Berlak vom ICC» referierten einleitend über Aufgabe und Zweck der Besprechung und legten in großen Zügen dar, wie eine gemeinsame Arbeit beider Verbände gedacht ist. Nach einer eingehenden Diskussion einigte man sich auf folgendes Arbeitsprogramm: Prinzipielle Aufgabe beider Verbände sei es, für die gemeinsame Arbeit jüdischer Akademiker einzutreten und in wirksamer Weise für jüdische Arbeit Propaganda -zu machen. Die Dezernenten der Fachgruppen jedes Verbandes sollen in einer Aussprache ein Arbeitsprogramm für jede Fachgruppe ausarbeiten und jeder seinem Verbände vorschlagen. Als spezielle Arbeit, die sofort in Angriff genommen werden soll, ist für alle Fachgruppen eine Art Spitzenausgleich in der Arbeits¬ und Stellenvermittlung vorgesehen. Jede Fachgruppe eines Verbandes soll der Fachgruppe des anderen Verbandes diejenigen freien Stellen und Arbeitsmöglichkeiten mitteilen, die sie im eigenen Verbände nicht unterbringen kann. Für die Juristen wurde beschlossen, ein Adressenverzeichnis für die Mittel- und Kleinstädte her- 129

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.