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Der jüdische Student · 1932-05-01 · Heft 4 (Mai 1932) · p. [Seite]

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Journal
Der jüdische Student
Volume
29 (1932)
Issue
Heft 4 (Mai 1932)
Date
1932-05-01
Page
[Seite] (sequence 30)
Language
German
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dem Präsidium aber nicht gelingen, so kanu (zramal die Möglichkeit einer gleichzeitigen formellen Immatrikulation in Deutschlaad für den Fall unbedingt notwendiger Semesteranrechnung besteht) auch jetzt schon von jedem Zionisten ein Studiensemester in Erez Israel gefordert werdenf Das Verlangen nach der Umwandlung der Hehr. Universität in eine regelrechte Hochschule, an der nach der üblich es Zeit sämtliche Abschluß- und Promotionsexamina abgelegt werden können (siehe die entsprechende Kadimah-K.T.~Resolution) ist aus einer Anzahl praktischer Gründe dringend geworden. Man braucht nicht erst ideologisch zu begründen, daß wir als wieder „normal" werden wollendes Volk an einer „besonderen1* Forschungsstelle kein Interesse haben, solange nicht unsere Nationaluniversität so „normal* wie jede andere Hochschule ztmachst die Ausbildung ihrer Hörer bewältigen kann. Man kann vielmehr darauf hinweisen, daß in Anbetracht des steigenden Antisemitismus an den europäischen Hochschulen die einzige jüd. Universität Palästinas in die Lage versetzt werden muß, die durch Numerus clausus und antisemitische Ausschreitungen in ihren Rechten geschmälerten jüd. Akademiker an ihrer eigenen Universität sich ausbilden zu lassen. Es muß weiter zionistischen Studenten der ganzen Welt ermöglicht werden, einige Semester in Jerusalem zu studierem. Damit würde die dauernd betonte Verbindung zwischen dem „Geisteszenfnam*4 in Jerusalem und der Galuth praktisch fruchtbar werden. Auch mateiieli "hätte das jüd, Palästina durch eine starke Studentenschaft, die die Zeit ihrer Ausbildung teilweise in Erez Israel zubringen würde, bestimmt sehr reichen Gewinn. Statt dessen zwingt die offen betonte Einstellung des Kanzlers palästinensische Bewohner zum Vollenden ihrer Studien das Ausland aufzusuchen und palästinensische Gelder in andere Länder zu bringen, anstatt sicai auf einer jüdischen, auf Palästina eingestellten, Universität ausbilden zu können. (Man denke sich den Rektor einer deutschen Universität, der erklärt, seine Hochschule sei nur zur Forschung da, zur Studienabsolvierung müssen die Hörer ein fremdes Land aufsuchen. Aber dieser Gedanke ist hier unvorstellbar; denn welchen Sinn hat dann die unter großen Opfern unterhaltene Hoch schule noch?) Dies Verhalten entspricht auch dem Geist, der — obwohl die allerwichtigsten praktischen Lehrstühle teilweise noch unbesetzt sind — ausgerechnet eine Kanzel für Frieden und Recht, die nur dekorative Bedeutung haben wird, errichtet hat. Besetzt wurde sie von dem in keinerlei erfreulicher zionist. Erinnerung stehenden Sir Bentwich. Als mit Recht entrüstete Studenten in leider unakademischer Weise ihrem Unmut (der sich nicht etwa gegen andersrassige Hörer oder Dozenten wandte, sondern gegen den unfaßlichen Geist und die Taktik am Skopusberg) Ausdruck verliehen, fand es der Kanzler für nötig» außer strengster Relegierung von etwa 10% der Gesamthörer der Universität (!) auch noch die revisionistischen Studentenvsreine zu verbieten, deren Mitglieder sich an der Demonstration beteiligt haben, ja, selbst englische Polizei herbei zu rufen. Wir haben als K. J.V.er, die zionistische Akademiker sind, das Recht und die Pflicht, uns um die Ausgestaltung <ler Hebräischen Universität und um den nationalen Geist, der anscheinend restlos verdrängt werden soll, an der Hochschule des Jüdischen Volkes zu bekümmern! Rudi R, Hecht {a3. „Kadimah,,-Berlin). 128

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