Der jüdische Student
- Journal
- Der jüdische Student
- Volume
- 29 (1932)
- Issue
- Heft 3 (März 1932)
- Date
- 1932-03-01
- Page
- [Seite] (sequence 26)
- Language
- German
- Belongs to
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die wahrscheinlich nach wenigen Wochen wieder zu uns gehören könnten. Darum haben wir 3 den folgenden Antrag formuliert: In Würdigung der Tatsache, daß die Beziehungen zwischen der zionistischen und der revisionistischen Organisation im Fluße sind, vertagt der KT die Entscheidung über diejenigen Fragen, die im Zusammenhang mit dem Verhältnis der Revisionisten zur zionistischen Organisation im Kartell bestehen, bis zur Klärung des Schwebezustandes. Bis dahin verbleibt es bei dem gegenwärtigen Zustand, Blumenfeld: Jeder KJ.Ver ist verpflichtet, der zionistischen Organisation anzugehören. 97% der Revisionisten denken nicht daran, aus der Z.O. auszutreten. Ich zweifle nicht daran, daß sie als Föderation in der Organisation bleiben werden. Jetzt ist die Frage: Soll das K.J.V. den Austritt erleichtern? Das scheint mir unmöglich zu sein. Löwenstein hat etwas gesagt, was ich auf schärfste mißbillige. Wir werden hier nicht unter Austrittsdrohungen Beschlüsse fassen. Die Bbr. sind Zionisten. 'Sie wissen ganz genau, daß es sich hier um eine Demonstration handelt nicht nur im K.J.V., sondern in der zionistischen Welt. Wir müssen alles tun, damit jede Gesinnung im K.J.V. Platz hat, aber einen Austritt zu ermöglichen, bevor auch nur die Revisionisten ihn beschlossen haben, wäre grundfalsch. Aufgabe der revisionistischen Bbr. wäre es, in ihrem Kreis zu zeigen: Wir sind Revisionisten, aber gerade wir führen diesen Kampf für die Aufrechterhaltung der Zionistischen Organisation, und wollen auch den Anschein ihrer Zerstörung nicht erwecken. Das K.J.V. soll sich nicht dafür hergeben, die Möglichkeit zu zeigen, daß man Zionist sein kann, ohne in der Zionistischen Organisation zu sein. Schloß: Ich appeliere an Euer bundesbrüderliches Gefühl und bitte Euch, den Antrag Löwenstein anzunehmen. Die Z,V.f.D. und B.Z.V. haben seiner Zeit gegen die Revisionisten einen Beschluß gefaßt, der praktisch auf eine Ausschließung hinausläuft. Ich weiß aus mehr als einer Unterhaltung, daß die leitenden Männer der B.Z.V. und Z.V.f. D., die gleichzeitig Bbr. sind, froh wären, diesen Beschluß nicht gefaßt zu haben. Was Blumenfeld vorgebracht hat, ist eine echt deutsche Prinzipienreiterei. Es ist nur dann zu verstehen, wenn man die Absicht hat, uns aus dem Kartell zu drängen, auch wenn wir im Einzelnen — und ich gehöre zu diesen — den allerdringendsten Wunsch haben, im Kartell zu bleiben. Wenn wir vor die Wahl gestellt werden, ob wir als Einzelne im Kartell bleiben wollen oder mit denjenigen Bbr., mit denen wir seit vielen Jahren auf Gedeih und Verderb befreundet sind, hinausgehen, glaube ich, kann man auch, so sehr man innerlich K.J.V.er ist, außerhalb des Kartells Zionist bleiben. Wir sollen in eine Zwangslage hineingedrängt werden. In dieser augenblicklichen zionistischen Situation bitte ich, den Antrag Löwenstein anzunehmen. Ihr nützt dem Zionismus und dem Kartell, und ich wüßte nicht, wenn man einmal vom Prinzip absieht, wo hier ein Schaden entstehen sollte. Löwenstein: Zu einer persönlichen Bemerkung. Ich bin nicht Bbr. der Kadimah und habe keinen Auftrag von ihr. Ich habe keine Ahnung, ob die Kadimah austreten will oder nicht. Meine Bemerkung war scherzhaft, ich habe keine Ahnung, was die Kadimah vorhat, das erkläre ich ehrenwörtlich. 88