Der jüdische Student
- Journal
- Der jüdische Student
- Volume
- 29 (1932)
- Issue
- Heft 3 (März 1932)
- Date
- 1932-03-01
- Page
- [Seite] (sequence 19)
- Language
- German
- Belongs to
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widerstrebende Gruppen dem K.J.V. einzufügen. Ihr könnt Revisionisten sein und an der Verwirklichung Eurer Ideen arbeiten, aber solange es eine zionistische Organisation gibt, die in der Meinung der.Weit zweifellos der Führer der zionistischen Arbeit ist, müßt Ihr ihr dessen ungeachtet angehören. Den Schekel müßt Ihr kaufen, bis Ihr einmal so weit seid, der zionistischen Welt das Gesetz zu diktieren. Einheitlichkeit des K.J.V. ist kein letztes Prinzip, dem wir alles opfern. Wenn Ihr nun fragt, worin sie besteht, so bin ich um eine Antwort verlegen, wenn Ihr sie in politischer Hinsicht erwartet. Viel leichter ist die Frage in anderer Beziehung zu beantworten. Die Einheitlichkeit des K.J.V. liegt in der Ungebrochenheit seines Instinktes, in der es auf gewisse Erscheinungen reagiert. Es gab hier heute einen kleinen Zwischenfall, der für die Sicherheit unseres Instinktes spricht, die Ablehnung der Vorgänge an der Jerusalemer Universität. Es gibt keinen Nationalismus mit auswechselbarem Boden. Wir können nicht gleichzeitig an europäischen Universitäten gegen Terrorakte protestieren und sie in unserem eigenen Land zulassen. Nicht die Predigten liberaler Rabbiner werden das Judentum erlösen, sondern das, was wir in Palästina den Juden und der Welt vorleben. Ein Bund, der sich eine doppelte Moral leistet, kann nicht nach außen wirken. Ich wäre viel glücklicher, wenn ich in der Frage Schekel oder Dinar unterliegen würde. Ihr habt wohl die Absicht, auf uns zu wirken, seid aber weit davon entfernt, auf Euch wirken zu lassen. Darum muß ich Euch fragen: Was sucht Ihr im K.J.V.? Nur Eure Ideen hineinzutragen, für Euch zu werben, Eure Meinung als die absolut richtige durchzusetzen, oder seid Ihr im Kartell, weil Ihr glaubt, daß junge Menschen noch mehr zu tun haben, als hurra und pfui zu schreien? Das K.J.V. kann nur existieren, wenn jede Korporation davon ausgeht, daß sie das Muster des Ganzen sein kann. Als Muster des Ganzen können wir die Kadimah nicht ansehen; nicht, weil sie revisionistisch ist, sondern weil es dem inneren Wesen des K.J.V. widerspricht, daß hier Kollektivanschauungen vertreten werden. Ein anderes Gesetz als dem Ganzen können wir Euch nicht zubilligen. Wenn Ihr Staatszionisten sein wollt, sollt Ihr es für Euch auch nicht verlangen. Lelewcr: Wenn ich heute zu dem Fragenkomplex Kadimah Stellung nehme, so geschieht es, weil ich eine gewisse Verantwortung fühle für Menschen wie Hans Eger, die ich in die Kadimah geschickt habe. Ich bin über ihre Entwicklung außerordentlich bestürzt. Ich habe sozusagen den ersten Schreck bekommen, als ich vor einigen Tagen eine Einladung der Kadimah bekam, beginnend: „Unseren Gruß zuvor!" Das ist eine lächerliche Nachäffung eines längst vergessenen Vorkriegs-Judentums. Unsere entscheidende Aufgabe in dieser Situation ist, mit aller Kraft den Zionismus zu propagieren. Das deutsche Judentum ist jetzt wirklich reif dafür. Wenn das K.J.V. hier versagt, hat es wieder eine entscheidende Sache versäumt. Ich halte ein Bündnis des deutschen Makkabi mit dem K.J.V. für das Gegebene. Hier, wo wir wirklich die Möglichkeit haben, an eine ungeheure Zahl von Menschen heranzukommen, müssen wir diese Möglichkeit ausnutzen mit aller Energie. Die Makkabiah ist nicht nur ein jüdisches Weltsportfest, sondern vielleicht das Signal der ganzen zionistischen Jugend überhaupt. Es kann natürlich keine andere Erziehung innerhalb dieser Jugendorganisationen geben als zur Regierung, zur wirklichen Leistung und Erfüllung. Darum stehe 81