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Der jüdische Student · 1932-02-01 · Heft 2 (Februar 1932) · p. [Seite]

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Der jüdische Student
Volume
29 (1932)
Issue
Heft 2 (Februar 1932)
Date
1932-02-01
Page
[Seite] (sequence 21)
Language
German
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Erich Buchholz. .In diesen Tagen, da unsere Schicksalsverbundenheit enger ward und jeder von uns auch die Last des Nächsten zu tragen bereit ist, in diesen Tagen vor Purim ist eine Lücke bei uns entstanden: Erich Buchholz hat uns verlassen Laßt uns ein wenig rasten, an seinem Grabe Rückschau halten und neue Kräfte sammeln. Alle die, welche an jenem grauen Wintertag ihn auf seinem letzten Gang begleiteten, haben Zeugnis vernommen für seine innere Schönheit, für das Universelle, Schöpferische, das seine starke Persönlichkeit ausatmete. Wir, die wir ihm nahestanden, empfanden es als stärkstes Erlebnis, daß dieser Mann über das hinaus, wozu ihn Begabung und Sehnsucht trieb, es verstanden hat, uns ein Leben vorzuleben, das uns mitriß durch Verbundenheit mit seiner Aufgabe, Zielhaftigkeit und innere Achtung vor dem Nächsten* Wer von uns bewunderte nicht den Ernst und die Besessenheit, mit der er an seinem Werk in Hamburg arbeitete, ohne dabei unser Ziel aus dem Auge zu verlieren. Wer von uns war nicht erschüttert durch das wache Interesse, durch die Hilfsbereitschaft, die er für jeden, der zu ihm kam, hatte, ohne ihn seiner Selbstachtung zu berauben. Seine Fähigkeit, Führer zu sein, trat zurück hinter seiner Fähigkeit Freund und Kamerad zu sein. So zeigte er sich überall: in der Arbeit, in der Familie, in unserem Kreise und so soll er in. unserer Erinnerung bleiben. Viele von uns hat das Leben heute sinnlos herumgerissen, bittere Notwendigkeiten haben unsere Reihen gestört, auch er blieb äußerlich nicht unberührt davon* Nachdem der Krieg seine außergewöhnlichen Möglichkeiten auf dem Gebiete der klassischen Philologie zerstört hatte, arbeitete er mit neuer Kraft an volkswirtschaftlichen Aufgaben. Anerkennung, die sein Bemühen in Hamburg und in weiten Schichten seiner Berufsgenossen gefunden hat, zeugen von dem Erfolg seiner Umstellung. Ihm genügte das nicht. Er suchte und fand die Synthese zwischen den Problemen unserer Zeit und der Antike. Er errang sich Erkenntnisse, die Wege weisen sollen aus dem Chaos und der Not der Gegenwart. So früh Vollendete leben nicht lange, sagt man. Wehe uns, daß dem so ist. Laßt uns suchen, sein Andenken zu ehren. Laßt uns trachten, das Sinnlose des Todes sinnfällig zu machen. Wir wollen unsere Reihen schließen enger noch und weiter kämpfen um das Ziel, das auch das Seine war. Hans Oppenheim, 55

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