Der jüdische Student
- Journal
- Der jüdische Student
- Volume
- 29 (1932)
- Issue
- Heft 2 (Februar 1932)
- Date
- 1932-02-01
- Page
- [Seite] (sequence 16)
- Language
- German
- Belongs to
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0 3. Voraussetzung für die Zulassung zum Burschenexamen ist eine Betätigung des hebräischen Kursleiters, daß der Bbr. mit Regelmäßigkeit und Heiß sich an dem hebr. Unterricht beteiligt hat. 4. Inaktiviert werden kann nur wer nach 6 Semestern ein hebr, Examen iölegt. Das Altherrenexamen wird abgeschafft Wirtsdiaftsamt und Wirtschaftshilfe. Von Hans Rothschild, Berlin. (Die nachfolgenden Ausführungen sind nur ein Teil des Referates vom Altherrentag und stark gekürzt. Vor allem fehlt die ausführliche Vorbemerkung über die wirtschaftliche Situation der Juden in Deutschland.) Eine Organisation wie das K.J.V. kann sich heute nicht mehr darauf beschränken — wie bisher — an seine Mitglieder nur einseitig Anforderungen, sei es ideeller oder materieller Natur zu stellen. Angesichts der wirtschaftlichen Notlage vieler Bundesbrüder heißt es jetzt die Reihen fester schließen und beitragen, jeder nach seinen Kräften, zur gegenseitigen Hilfe, fiine zusammenfassende mit statistischen Belegen ausgerüstete Untersuchung über die läge der jüdischen Akademiker ähnlich der Untersuchung von Marcus „Die wirtschaftliche Krise der deutschen Juden*') existiert unseres Wissens nicht, «ine Darlegung der Verhältnisse im K.J.V, kann ebenfalls mangels einer geeigneten Zusammenstellung nicht gegeben werden. Fest steht nur die Tatsache, daß sich Bundesbrüder in steigendem Maße an uns wenden mit der Sitte um Beschaffung einer Stelle, mit dem Gesuch um finanzielle Hilfe oder mm Erlaß oder Ermäßigung der Beiträge — all dies Zeichen einer verschlechterten Lage. Bisher haben sich die freien Berufe als krisenfester erwiesen als die Angestelltenberufe. Zu den ersteren sind zu rechnen vor allem die Aerzte und Rechtsanwälte, beide die überwiegende Majorität des Kartells, zu den letzteren Volkswirte, Kaufleute, Ingenieure, Chemiker, Physiker, Lehrer, sofern ae nicht selbständig sind. Von Mitgliedern dieser letzten Gruppe haben viele äire Anstellungen verloren oder, befinden sich in gekündigter Stellung und ein großer Teil ist infolge der Schrumpfung des Wirtschaftslebens und des Umsichgreifen des wirtschaftlichen Antisemitismus nicht wieder untergekommen. Canz besonders brennend ist auch die Frage der Stellenbeschaffung für den Nachwuchs, für den die Lage als außerordentlich ernst gekennzeichnet werden muß. An Wirkungsmöglichkeiten im Kartell haben wir wohl 3: 1. Stellenvermittlung des Berufsressorts, 2. Einrichtung von Fachgruppen, 3. Bildung einer Kreditgenossenschaft. 50