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Der jüdische Student · 1932-01-01 · Heft 1 (Januar 1932) · p. [Seite]

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Journal
Der jüdische Student
Volume
29 (1932)
Issue
Heft 1 (Januar 1932)
Date
1932-01-01
Page
[Seite] (sequence 7)
Language
German
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Bericht über den Altherrentag am 28. und 29. November 1931 in Berlin. Der Verlauf und der gute Besuch des Alt&errentages zeigte, daß diese Institution sich in der Altherrenschaft durchgesetzt hat und daß in jedem Jahre die Alten Herren eine derartige Tagung, auf der sie ihre Sorgen besprechen und wieder in bundesbrüderlichem Kreise einige Stunden zionistischer Anregung verleben können, begrüßen. Nicht nur die Berliner Alten Herren, wekfee ja im allgemeinen mit am schwersten zu erfassen sind, waren zugegen, auch aus der Provinz war eine große Anzahl von Bundesbrüdern erschienen und! trugen dazu bei, diesen Altherrentag zu einer wirklichen K.J.V.-Veranstalhmg zu machen. Der Bericht soll nur in kurzen Zügen den Werlauf wiedergeben.- Der Altherren tag erhielt sein besonderes Gepräge durch das Referat von Bbr. Gustav Krojanker „Der Zionismus in dar Krise". Dieses Referat wird als Sonderdruck in der Schriftenreihe der „Jüüschen Rundschau** erscheinen, so daß wir darauf verzichten können, eingehatd auf die Ausführungen von Krojanker einzugehen. Man mag sachlich in voslem anderen Ansicht sein als Krojanker, trotzdem wird jeder die Form diesss< Referates bewundert haben* welches auch in seinem geistigen Gehalt auf eiiam selten zu findenden Niveau stand. Wir verweisen im übrigen auf die in diesem Heft abgedruckte Einleitung Krojankers zu seiner Broschüre. (Vgl. Seite 3.) Das zweite Referat von Bbr. Georg L a n daau e r : „Zionismus und Kommunismus" führte die Teilnehmer des Altheraentages in eine Auseinandersetzung mit dieser Bewegung ein. Es war für Landauer sicherlich schwer* nach dem anstrengenden und bis ins feinste stilisierten Referate von Krojanker, seine Zuhörer zu fesseln. Man kann behaupten, daß ihm dieses vollends gelungen ist, und kann nur bedauern, daß ®r das Referat zu etwas ungünstiger Zeit halten mußte. Es muß der Ati&akt zu einer ernsthaften Diskussion werden und hat Anregungen dafür in Fülle geboten. Es ist auch hier unmöglich, die über zweistündigen Ausführungen von Landauer auch nur in extenso wiederzugeben. - Er untersuchte die Tatsache, wieso es komma, daß zahlreiche junge Juden sich der kommunistischen Bewegung anschlössen und nicht in unseren Reihen zu finden seien. Er wies auf den Zwiespalt hin, in dem wir uns in politischer , Hinsicht mit der übrigen Welt befänden. Wenn man mit dem Kommunismus diskutieren wolle, so könne man ihm nicht rein negativ gegenüberstehen. Der Kommunist stünde in einer anderen Welt als wir und hätte eine völlig geschlossene Anschauung allen Dingen des Lebern gegenüber. Auch eine reine neutrale Einstellung dem Kommunismus gegenüber genüge nicht, da der Zionismus dadurch in die Defensive gedrängt würde. Die Hauptfrage, die der Kommunismus an uns stellte, sei die, ob der Zionismus diesseits oder jenseits der Barrikaden stehe. Es wird uns vielfach vorgeworfen, daß wir ein Bündnis mit England geschlossen haben und daher dessen imperialistischen Bestrebungen Vorschub leisten. Für den Kommunismus ist der Antisemitismus nur ein 5

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