Der jüdische Student
- Journal
- Der jüdische Student
- Volume
- 28 (1931)
- Issue
- Heft 10-11 (Oktober 1931)
- Date
- 1931-10-01
- Page
- [Seite] (sequence 29)
- Language
- German
- Belongs to
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weis von Hilfsarbeiterstellen, Vertretungen und Niederlassungsmöglichkeiten sowie die Vermittlung von Sozietäten. In dieser Beziehung wurden wir bereits stark in Anspruch genommen, ohne aber der Nachfrage entsprechende Angebote gegenüberstellen zu können. Wir bitten daher alle Bundesbrüder, uns iu diejser Arbeit zu unterstützen und uns jede Möglichkeit der Arbeitsbeschaffung sofort mitzuteilen. Die Leitung der Fachgruppe wird ferner eine Auskunftsstelle füi die Fragen des Fremdenrechts, des jüdischen Ehe- und Scheidungsrechts sowie für die in das Gebiet des Antisemitismus hinüberspielenden Fragen, mit denen sich der Strafverteidiger in Beleidigungssachen und ähnlichen Fällen zu beschäftigen hat, einzurichten versuchen, bei der sich die Bundesbrüder vorkommenden Falles Rat holen können. Voraussetzung ist hierfür, daß die Bundesbrüder uns alle Entscheidungen, die ihnen auf diesem Gebiete bekannt werden, zugehen lassen. Schließlich wird die Leitung der Fachgruppe es sich angelegen sein, lassen, soweit die objektiven Voraussetzungen bestehe^ den Bundesbrüdern das jüdische und palästinensische Recht nahe eu bringen. Es muß a!k beschämend empfunden werden, daS; gerade auf diesen Gebieten Zionistei; die einen juristischen Beruf ausübten, keine Ahnung haben« Ein Versieh, Arbeitsgemeinschaften für das Gebiet des jüdischen und palästinensischen Rechts zu bilden, »wird demnächst in Berlin gemacht werden. Die Arbeit der Fachgruppe kann nur zu einem Erfolg werden, wenn sie von allen Bundesbrüdecn nach Kräften unterstützt wird. Ehe gewisse Dezentralisation der Aribeit wird dabei erforderlich sein. ^Öftr werden gleichzeitig an einige Bandesbrüder in der Provinz herantretm* für ihren Bezirk die Arbeiten der Fachgruppen zu organisieren und baffen, daß sie uns unterstützen werdin. Alle die Fachgruppe" betreffenden Zuschriften sind zurichten an: Rechtsanwalt Dr. Karl Hilb, Berlin-Tegel, Berliner Straße 101. Propaganda. Dem Wunsch des Präsidiums folgend, habe ich die Leittng der Propaganda des K.J/V. übernommen. Ich will den Versuch machen, die Kräfte des K.J.V. einheitlich zusammengefaßt und geführt auf allen Gebieten der zionistischen Arbeit in Deutschland in enger Fühlungnahme mit der ZV.f.D. einzusetzen. Erfolgreich kann meine Aufgabe nur durchgeführt werden?, wenn Ihr mich mit Ernsthaftigkeit und Pflichttreue unterstützt. Wir wollen nicht mit viel Worten beginnen. Wir brauchen keine langen Programme, keine Ressortbürokratie mit Aufrufen, Rundschreiben, Sitzungen. Fähigkeit zu handeln, im rechten Augenblick das Richtige zu tun, das ist es, was uns fehlt. Ich bitte jeden Einzelnen von Euch, die Aufgaben 2üj erfüllen, die ihm gestellt werden. Ich fordere die Verbindungen auf, alien Weisungen zu folgen und ihr Aeußerstes zu tun, damit unsere Bewegung vorwärtsschreitet. gez- Ernst Marcus. 299