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Der jüdische Student · 1931-10-01 · Heft 10-11 (Oktober 1931) · p. [Seite]

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Journal
Der jüdische Student
Volume
28 (1931)
Issue
Heft 10-11 (Oktober 1931)
Date
1931-10-01
Page
[Seite] (sequence 7)
Language
German
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Zur Erziehungsarbeit gehört auch die Frage der Ueber Weisung. Es ist mit Recht immer betont worden, daß dies keine reine organisatorische Aufgabe ist, sondern daß schon in der Fuxenzeit unseren Bunde sbrüdern klargemacht werden muß, daß sie sich dem Kartell zur Ueberweisimg zur Verfügung zu stellen haben und damit wirkliche zionistische Pflicht erfüllen. Auf dem Camp wurde ausführlich über unsere Propagandaarbeit gesprochen und wir können somit auf dem Camp-Bericht, besonders auf das Referat von Bbr. Wydra verweisen« Wir glauben aber auch, darauf hinweisen zu müssen, daß die gesamte Arbeit an den Hochschulen unter dem Gesichtspunkt der Propaganda zu betrachten ist und daher von ubs nicht vernachlässigt werden darf. Wir müssen beachten, was in den anderen akademischen Organisationen, jüdischen und nichtjüdischen, vorgeht, um evtl. zu wichtigen Dingen Stellung nehmen zu können. Es wird notwendig sein, daß das Präsidium mehr als bisher aus den einzelnen Orten über diese Dinge Bericht «erhält und auch für den „J.St." mehr Material gesammelt wird In diesem -Zusammenhang möchten wir nochmals die Bundesbrüder zur Mitarbeit an unserer Zeitschrift auffordern, damit diese Zeitschrift wirklich dss Organ des Gesamtkartells und nicht nur des Redakteurs wird. Die aktive Teilnahme ist bisher in keiner Weise ausreichend. Wenn wir so kurz die Arbeitsgebiete skizziert haben, so wissen wir, daß die Arbeit nur dann wirksam durchgeführt werden kann, wenst das Kartell sich darüber klar ist, in welcher Situation und unter welcher Voraussetzung wir diese Arbeit beginnen. Der Klärung dieser Situation und der heutigen zionistischen Ideologie dienten mehrere Sitzungen des Präsidiums, an denen mehrere Gäste teilnahmen und an denen besonders die Bbr. Krojanker -und Ernst Marcus sich in der Aussprache lebhaft beteiligten. Ausgangspunkt war die Programmausarbeitung für den A.H.-Tag. Wir wollten ursprünglich das Thema des A.H.-Tag benennen „Der Zionismus in der Weltkrise" und dieses Thema von drei Gesichtspunkten aus behandeln: 1. die wirtschaftliche Situation der Juden, 2. die politische Gesamfsituation der Juden, 3. die Stellung des Zionismus m dieser Situation. Im Laufe der Debatte erwies es sich als unmöglich, derartige Allgemein- Referate halten zu lassen, ohne mehr als Allgemeines sagen zu können. Der Stoff wäre zu groß und die Materialbeschaffung zu schwierig, als daß wir dafür Referenten hätten finden können. Wir wählten daher ein mehr ideologisches Referat, welches zeigen sollte, daß in der heutigen Zeit die frühere Ideologie des Zionismus nicht mehr ausreichte, sondern daß wir genötigt seien, Stellung zu nehmen zu den heutigen Zeitereignissen. Als ein spezielleres Referat haben wir dann in diesem Zusammenhang die Auseinandersetzung mit dem Kommunismus gewählt, weil ja hier der für uns politisch und ideologisch gefährlichste Gegner steht. Wir sind der Ansicht, daß mit der Klärung dieser Fragen oder wenigstens mit dem Versuch einer Kläiung die seelische und ideologische Situation jedes Einzelnen gefestigt und gestärkt werden kann; •denn abgesehen von allen wirtschaftlichen Nöten scheint uns vielleicht noch schwerer eine seelische und geistige Erschütterung zu drohen, welcher zu begegnen die vornehmste Aufgabe des Gesamtkartells sein muß. 285

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