Der jüdische Student
- Journal
- Der jüdische Student
- Volume
- 28 (1931)
- Issue
- Heft 8-9 (August 1931)
- Date
- 1931-08-01
- Page
- [Seite] (sequence 31)
- Language
- German
- Belongs to
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des Zionismus, die in Wirklichkeit — wie bereits bemerkt" — eine (durchaus richtige) Polemik gegen den jüdischen Liberalismus darstellt/) Diese Polemik ergibt sich aus einem ganz bestimmten politischen Denkstandort, sie resultiert — wie wir bereits feststellten — aus der eindeutig konservativen Bewußtseinshaltung Grabowskys. Es wird notwendig sein, zunächst diese Zusammenhänge etwas eingehender zu beleuchten, um dann die lediglich partielle Bedeutung der Grabowskyschen Position zu kennzeichnen, welche in keiner Weise geeignet ist, die Totalität der zionistischen Konzeption zu erfassen. All dieses wird der Inhalt eines im nächsten Heft des J.St. erscheinenden zweiten Aufsatzes sein. 7) Hierbei soll in diesem Zusammenhang, wo es sich zunämst nur um eine Auseinandersetzung in rein methodologischer Hinsimt handelt, die Frage unerörtert bleiben, wieweit solche von Grabowsky in besonderem herausgestellten liberalen Denkelemente in das Bewußtsein politischer Zionisten hineinragen, Ü h. inwieweit seine Argumentation tatsächlich den Zionismus trifft. Um allen Mißverständnissen vorzubeugm, soll wenigstens das eine bereits hier in aller Deutlichkeit festgestellt werden, daß unter keinen UmstärirJbn die in der Richtung des Revisionismus Hegenden » Konklusiomn Grabowskys gezogen werden könnan. Diese beruhen auf einer völligen Verkennung der Voraussetzungen und Möglichkeiten jedes Systens zionistischer Politik. Nähere EinzdHeiten hierüber finden sich ebenfalls in dem bereits erwähnten Kapitel meines Buches „England und Palästira". Das Camp in Groß-Gaglow Wir können mit diesem Camp zufrieden sein. Trotz aller wirtschaftlichen Schwierigkeiten waren 150 Aktive gekommen; wir waren wieder einmal alle zusammen, sprachen uns aus, lernten uns kennen und haben ernste zionistische Arbeit geleistet und die künftige Arbeit vorbereitet. Am ersten Abend waren wir pessimistisch, ob aus dieser Tagung etwas werden würde. Man hatte aus der sicheren Erwägung heraus, daß in dieser Zeit und nach diesem Kongreß die Fragen, die den Zionismus bewegten, auch in unserem Kreise besprochen werden müßten, eine politische Veranstaltung über die Lage nach dem Kongreß angeregt, und . man wollte doch vermeiden, daß eine der üblichen innerzionistischen Debatten aus diesem Abend hervor- . .ging. Das ist nicht geglückt. Aber der nächste Tag, der mit einer Debatte über unser eigentlichstes, wichtigstes Atoitsgebiet, „zionistische Propaganda"! ausgefüllt wrar, gelang. Bbr. Markus gab uns in seinem Referat die ideilbgischen Grundlagen, Bbr. Wydra migte die Werbemethoden unserer Unweit, Bbr. Wolff wies Wege für die praktische Arbeit. So sehr das schare Wetter nach draußen lockte, Tfema und Redner fesselten so, daß umer Wirtshaussaal gefüllt blieb. Die jungen Bundesbrüder der Aktivite haben aus den Referaten und dm nachfolgenden GruppenbesprechunJ^n über einzelne praktische Fragen manches gelernt. Jetzt müssen wir diese Anregungen, für den Zionismus in viel stärkerem Maße als bisher' zu werben, verarbeiten und lernen; er hat es nötiger als je! 277