Der jüdische Student
- Journal
- Der jüdische Student
- Volume
- 28 (1931)
- Issue
- Heft 7 (Juli 1931)
- Date
- 1931-07-01
- Page
- [Seite] (sequence 22)
- Language
- German
- Belongs to
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ten wir eine Reihe von Vorträgen, darunter über die Geschichte der neuhebräischen Literatur von AH. h. c. Rabin, Freitag abends finden fast regelmäßig bei Alten Herren oder Aktiven Oneg-Schabbat-Abende statt, gesellige Zusammenkünfte, bei denen Bundesbrüder über aktuelle Themen kurze Referate halten. Zu diesen Abenden kommen auch die Damen der neugegründeten zionistischen Studentinnenverbindung, zu der wir in einem guten Verhältnis stehen, und bei der einer unserer Bundesbrüder einen jüdischen Geschichtskurs erteilt. Diese Oneg-Schabbat-Abende tragen, ebenso wie ein gelungener Ausflug, sehr zur Festigung des bundesbrüderlichen Zusammenhangs bei. Der Sportbetrieb, den wir wöchentlich einmal gemeinsam mit der „Zephirah" abhalten, ist sehr gut besucht. Alle Bundesbrüder lernen hebräisch. Ein abschließendes Urteil läßt sich über unsere Semesterarbeit noch nicht abgeben. Wir glauben jedenfalls, für das (für uns wichtige) Wintersemester die Grundlage geschaffen zu haben, auf der sich dann eine stärkere zionistische und intellektuelle Arbeit, als wir sie in diesem Semester geleistet haben, entwickeln kann. Ludroig Andorn. Breslau V.J.St. „Zephirah". Der Semesterantrittskonvent besetzte die Charge wie folgt: Luz Lewin X, Theodor 'Maisei XX, später Bbr. Weißler XX, E. Weiner XXX, Heinz Foerder F.M. für Tendenz, Werner Hayek F.M. für Komment, Erich Lasowski Kassenwart. Wie in früheren Semestern, machte sich auch diesmal bei der Besetzung der Chargen der Mangel an jüngeren Burschen bemerkbar, so daß die erste Charge ein 9. medizinisches Semester übernehmen und die zweite und dritte Charge mit Fuxen besetzt werden mußten. Der C.C. legte dem Konvent ein Semesterprogramm vor, dessen wesentlichste Punkte waren: 1. Fortsetzung des Geschichtskurses unter Leitung von A.H. h. c. Dr. Rabin. 2. Politisches Seminar mit kontradiktorischen Abenden. 3. Propagandakurs von Herrn Amtsgerichtsrat Bildhauer. 4. Fuxenunterricht. 5. Keilveranstaltungen. 6. Gesellige Veranstaltungen. 7. Sport. 8. Hebräisch. 9. K.K.L.- und Ortsgruppenarbeit. Nachdem der Geschichtskurs, dessen Schema im J.-St. inzwischen zur Veröffentlichung gelangt ist, im Wintersemester bis zuf Zeit der Zerstörung des ersten Tempels gediehen war, behandelte Herr cand. theol. Funkenstein im wesentlichen die Zeit der ersten Galuth, Wiederaufbau des Tempels, Kultusreform unter Esra, Juden unter persischer und makedonischer Herrschaft und endlich das selbständige Reich der Makkabäer. Auch in diesem Semester hat uns dieser Kurs wertvolle Anregungen gegeben und uns besonders mit den Quellen unserer Geschichte vertraut gemacht. Im Rahmen des politischen Seminars sprachen während des Semesters die A.H. Lachmann für die Revisionisten, Rabin für die Misrachi, Meyer für die Zionisten-Sozialisten und Lux für die Allgemeinen Zionisten. An jeden Vortrag knüpften sich rege Debatten, die noch in besonderen kontradiktorischen Abenden fortgesetzt wurden, und an denen sich alle Bundesbrüder und auch einige Alte Herren mit größtem Interesse beteiligten. Der Propagandakurs von Herrn Amtsgerichtsrat Bildhauer machte un- 23S