Der jüdische Student
- Journal
- Der jüdische Student
- Volume
- 28 (1931)
- Issue
- Heft 7 (Juli 1931)
- Date
- 1931-07-01
- Page
- [Seite] (sequence 12)
- Language
- German
- Belongs to
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Wie aus den Semesterberichten hervorgeht, die wir bis jetzt erhalten haben, ist der Verlauf des Semesters im großen ganzen befriedigend. Hebräisch wird fast in allen Verbindungen gelernt, jedoch machen sich besonders in der Provinz meines Erachtens technische Schwierigkeiten bemerkbar, über die \vir uns auseinandersetzen müssen und für die wir versuchen müssen, eine Abhilfe zu schaffen. Der hebräische Betrieb in Berlin entwickelt sich, weiter gut. Wir hatten zu Schawouth ein hebräisches Fest, veranstalten jetzt einen Neschew, der als Herzl-Feier ausgestaltet werden soll, und die Kurse werden von allen Bundesbrüdern besucht. Für die ideologische und politische Durchbildung unserer Bundesbrüder haben wir den im letzten J.St. abge-druckten Abend über Kongreßpolitik veranstaltet und haben uns vor kurzem auf einem gemeinsamen B.C. aller Berliner Verbindungen über Fuxenerziehung unterhalten. Wir werden ein Protokoll dieses Abends unseren Bundesbrüdern in der Provinz demnächst zuschicken. Wichtig erscheint uns weiterhin die Auseinandersetzung, über den Kommunismus, die in sehr vielen Verbindungen im Augenblick einen bedeutenden Teil des Semesterprogramms-in Anspruch nimmt. Die Schülerarbeit haben wir in Angriff genommen, jedoch ist sie vorläufig noch nicht so weit, daß wir irgendwie befriedigt davon sein können. Sehr erfreuliche Erfolge hat in dieser Richtung die Frankfurter Verbindung errungen und wir werden ihre Methoden, soweit sie sich dazu eignen, für das gesamte Kartell nutzbar machen. Hier in Berlin haben wir einen Schülerbund eröffnet und mit ihm in diesem Semester gearbeitet, jedoch ist es uns nicht gelungen, eine größere Anzahl von Schülern zu erfassen, wie wir es beabsichtigt hatten. Wir werden uns in den jetzt kommenden Schulferien damit beschäftigen, diese Arbeit neu zu organisieren und sofort nach Schiaß der Schulferien unsere ganzen Kräfte dafür einsetzen. Das Präsidium hat ein Ressort „Berlin" eingerichtet, das sich besonders um die Arbeit der Berliner Verbindungen kümmern soll, dieses Ressort wird von den Rbr.Bbr. Chitzes und Epstein geleitet. Bbr. Brüll hat es übernommen, neben seinem Keilressort vor allem da£ür zu sorgen, daß die Verbindung zwischen Berlin und der Provinz aufrecht erhalten wird und daß die Arbeit in der Provinz in ständigem Gedankenaustausch mit dem Präsidium stattfindet. Diese beiden Ressorts, die natürlich zum Erziehungsressort im Grunde genommen gehören, werden getrennt über ihre Arbeit berichten. Selbstverständlich wird die gesamte Arbeit in Uebereinstimmung aller damit befaßten Bundesbrüder geleitet. Gerade für die Hersteilung eines engen Zusammenschlusses des gesamten Kartells und für die Erweckung des besonders noch in manchen Provinzverbindungen schwach ausgebildeten Verantwortlichkeitsgefühls für das Gesamtkartell wird es wichtig sein, das Camp von allen Seiten zu beschicken und zu einer einheitlichen Kundgebung der Aktivitas zu gestalten. Auf das Programm des Camp brauche ich lediglich zu verweisen. Wir hoffen, daß das Camp als Abschluß eines im ganzen erfolgreichen Sommerseraesters uns wie im Vorjahre neue Impulse für die kommende zionistische Arbeit geben wird. gez. Heinz Gerling, 228