Der jüdische Student
- Journal
- Der jüdische Student
- Volume
- 28 (1931)
- Issue
- Heft 5-6 (Mai 1931)
- Date
- 1931-05-01
- Page
- [Seite] (sequence 41)
- Language
- German
- Belongs to
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Tendenzen der Jüdischen Volkspartei, das allgemeine Wahlrecht besteht, haben viele Tatisende unserer Freunde die gleiche Chance. Ein Witzbold hat bereits angeregt, daß die „Urwähler-Organisation der Jüdischen Volkspartei'* durch die „Uhr- Wähler-Organisation** ersetzt werden soll, weil hier ohne kostspielige Wahlpro- Eiti Märchen Ein altes chinesisches Märchen erzählt, daß es zu der Zeit, als man im Reich der Mitte noch nicht schreiben konnte, einen Kaiser gegeben hat, der als Redner berühmt und gefeiert war. Allgemein bedauerte man, der Nachwelt nichts von der Großartigkeit seiner Reden hinterlassen zu können. Eines Tages führte man einen Mann vor den Herrscher, der sich anheischig machte, durch schnelles Knüpfen von Schnüren, jede auch noch so lange Rede festhalten zu können und nach beliebig langer Zeit zu wiederholen. Bei der nächsten großen Ansprache des Kaisers, die gelungener und weiser war als alle vergangenen, saß abseits jener Mann und knüjpfte wie verhext kilometerlange Schnüre. Einen Tag später ließ der Kaiser, der inmitten seiner Edlen saß, den Seilknüppaganda 43 200 Stimmen (lies Sekunden) garantiert werden können. Wie wir erfahren, sind eine Anzahl Minuten und Sekunden noch frei Das lustige Rätselraten kann also noch weiter geübt werden. Interessenten erhalten Auskunft durch das Büro der Jüdischen Volkspartei, Berlin N24, Monbijouplatz 10. Telephon: D 2 Weidendamm 4S81. F. S. fer rufen und bat ihn, seine Rede wiederzugeben. Wirklich, er wiederholte sie. Aber die Edlen standen rings umher und verbissen mit Mühe das Lachen. Der Kaiser aber wurde fahl vor Wut, und mitten in der Wiedergabe der Worte, die noch gestern die klügsten Männer zur Anerkennung gezwungen hatten, sprang er auf und schrie: „Was, das soll ich gesagt haben, diesen Unsinn, diese Banalitäten?" Er ließ seine Schergen rufen und befahl, jen-en Künstler hinrichten zu Hassen. Früher habe ich stets dem Kaiser unrecht gegeben bis ich merkte, daß der Seilknüpfer gar nicht hingerichtet worden ist, sondern Stenographie erlernte und das Protokoll unseres Kartelltags aufgenommen hat. H.A.W. Enzyclopaedia Judaica Infolge besonderer Umstände ist dies auf 15 Bände berechnete, im Er-- scheinen begriffene Werk von einem Bundesbruder, der es subskribiert hat und nun nicht mehr imstande ist, seine Subskription durchzuführen, besonders günstig zu haben. Er ist nämlich bereit, die ersten drei Bände, die er bereits im Besitz hat, und die er mit RM. 165,— bezahlt hat, gratis herzugeben, wenn der Erwerber dafür seine Verpflichtungen dem Verlag gegenüber übernimmt, d. h. die weitere Abnahme aller übrigen Bände bei einer monatlichen Ratenzahlung von RM. 10,—. Interessenten wollen sich bitte an die Redaktion wenden. K. 193