Der jüdische Student
- Journal
- Der jüdische Student
- Volume
- 28 (1931)
- Issue
- Heft 3-4 (März 1931)
- Date
- 1931-03-01
- Page
- [Seite] (sequence 53)
- Language
- German
- Belongs to
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\J.$t „Hatikwah"-KöiiL Wir eröffneten das Wintersemester mit 10 Fuxen, 16 Burschen und sieben Inaktiven. Wir hatten bisher eine Rezeption und erwarten in nächster Zeit noch eine weitere Aktivmeldung. Im Mittelpunkt unserer Arbeit stand ein allgemeiner Kurs: „Muß die zionistische Ideologie revidiert werden?" Den Anlaß zü dieser Fragestellung boten die Veränderungen, die auf allen Gebieten des zionistischen Lebens in der letzten Zeit eingetreten sind. Es wurden folgende Referate gehalten: Judenfrage und Judennot, Die politische Lage, Auswirkungen des Zionismus auf die Galuth, Araber und Islam, Palästina und das arabische Problem, Revision der zionistischen Tätigkeit in Palästina, Revision der zionistischen Ideologie, und endlich: Folgen dieser Revision für die persönliche Zielsetzung des ICJ.V.ers und die K.J.V.-Erziehung. Di« beiden Fuxenkurse, die abwechselnd stattfanden, befaßten sich mit Ideologie und Palästinakunde. Der hebräische Unterricht} an dem die ganze Verbindung teilnimmt, wurde in drei Kursen abgehalten. Mit den Bonnern arbeiteten wir gut zusammen. Wir waren mit ihnen einige Male in Köln, Düsseldorf und Bonn zusammen. In der zionistischen Außenarbeit arbeiteten wir bei den üblichen Aktionen mit. Außerdem haben wir eine zionistische Mädchengruppe gegründet, die bisher mit gutem Erfolg arbeitet. Große Sorge machte uns die Indolenz einer großen Anzahl Bundesbrüder gegenüber unserer Arbeit und auch der mangelnde personliche Konnex. Wir glaubten, eine Besserung, besonders in bezug auf Bundesbrüderlichkeit zu erreichen, wenn wir die Verbindung in kleinere Gruppen, Leibfamilien einteilten, die sich mit Dingen beschäftigen sollten, die außerhalb der eigentlichen Verbindungsarbeit liegen. Die eine Gruppe befaßte sich mit Charakterkunde auf individualpsychologischer Grundlage, während in der anderen die schon längere Zeit in der Verbindung latent vorhandene Tendenz zum Sozialismus zum Ausdruck kam, Sie ist deshalb so gefährlich, weil sie die Bundesbrüder aus der Verbindung herausführt An die Oeffentlichkeit sind wir bisher mit einem Tee-Nachmittag zu Chanukah getreten und beabsichtigen noch einen akademischen Vortrag, wahrscheinlich mit Kurt Blumenfeld, und ein Semesterschlußfest gemeinsam mit der Bonner Verbindung zu veranstalten. Max Leoy Eugen Moses Theo Pel$. V.J.St. „Tchiah"-Köthen. Das Semester stand sichtbar im Zeichen des Geldmangels. Die Hälfte unserer Arbeit ging darauf verloren, die notwendigen Gelder zur Erhaltung der Verbindungswohnung und zur Deckung der sonstigen Ausgaben aufzutreiben. Wir mußten im übrigen unsere Arbeit so einrichten, daß die Zionistische Ortsgruppe möglichst teilnehmen konnte. 1. um der Ortsgruppe mehr Schwung zugeben, und 2. um den Ortsgruppenmitgliedern, die z. T. finanziell unterstützten, ein Aequivalent zu geben. Wir hatten unser Programm in mehrere Kurse geteilt: 141