Der jüdische Student
- Journal
- Der jüdische Student
- Volume
- 28 (1931)
- Issue
- Heft 3-4 (März 1931)
- Date
- 1931-03-01
- Page
- [Seite] (sequence 49)
- Language
- German
- Belongs to
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Wollten wir über das ablaufende Semester, die Situation unserer Verbindung und deren weiterer Entwicklung ein Gesamturteil geben, müßten wir sagen, daß ein Semester naturgemäß nicht genügen kann, um einer nun einmal derart inhomogenen und numerisch schwachen Verbindung, wie es die unsrige war, eine bestimmte, konsolidierende Richtung zu geben. Zumindest ist es aber gelungen, einen festen bundesbrüderlichen Konnex auch zwischen den Bundesbrüdern zu schaffen, der auch unsere neu aufgenommenen Bundesbrüder schon umfaßt. Es wird die Aufgabe weiterer Semester sein, diesen engen «Zusammenhalt und diesen Gemeinschaftsgeist weiter zu pflegen und der zionistischen Arbeit nutzbar zu machen, Werner Hayek X Walter Weiter XX VJ.St, „Hennonia"-Danzig. Im abgelaufenen Semester hat sich die Schwierigkeit unserer Lage ganz deutlich herausgestellt. Das liegt erstens daran; daß wir eine ganz junge Verbindung sind, abgeschnitten von jedem Verkehr mit dem Reich und mit wenigen Alten Herren, die eine K.J.V.-Tradition haben und für eine geistige Mitarbeit in Frage kämen. Zweitens daran, daß wir nur zwei Burschen gegenüber 14 Füxen haben. Da nun einer dieser Burschen Danzig verläßt und der zweite für eine Charge leider auch nicht mehr in Frage kommt, so sehen wir im Augenblick keine Möglichkeit für eine Besetzung der Chargen, d. h. Fortführung der Arbeit, da unsere Füxe für diese Arbeit heute aus mancherlei Gründen nicht geeignet erscheinen. Zunächst waren die Chargen wie folgt besetzt: Franz Rosenbaum X, \ Emmanuel Szechtmann XX» David Kiweliowitsch XXX. Die letzten beiden sind noch Füxe. Nach meinem Diplomexamen habe ich dann wieder die erste Charge übernommeaa. Die Verbindung beschäftigte sich xmat politischen Tagesfragen sowie aoait Achad-Haam. Die Hermonia hat sücn außerdem geschlossen an dem allgemeinen zionistischen Studentenverbasad Kadimah beteiligt, den wir in dieseam Semester neu belebt haben, tun eiiae größere Zahl jüdisch interessierter Studenten zu erfassen. Das ist axnsh gelungen. Die Hermonia gehört man dieser Verbindung korporativ an xxnsä stellt eine bestimmte Anzahl von/Yoar- Standsmitgliedern. Dieses Semester waren es 2 von 5, darunter der Vorsitzende und der Sekretär. Außerdem war ein Abend im Bar~- Kochba Pflicht Veranstaltung. Danebem fanden eine Reihe von Abenden znüt den Alten Herren statt in mehr gemütlicher Form, obwohl auch dkt immer über irgendwelche zionistischem Themen gesprochen wurde. An dear Keren-Kajemeth-Arbeit beteiligen sicm 'unsere Bundesbrüder, ebenso an dem Vorbereitungen zu den hier stattfin*- denden Gemeindewahlen. Wir können mit Recht sagen, daffi der bundesbrüderliche Zusammenhang* sowie das Verständnis und das Interesse für das Kartell, nicht zuletzt durch den J.St. gewachsen sind. Zuir Burschenprüfung hat sich keinerge*- meldet, weil gerade jetzt mehrere ihir Vorexamen machen und zeitlich zui i sehr in Anspruch genommen sindL Unsere Keilaussichten sind normal!, doch wnssen wir noch nicht, ob wiir schon heute Rezeptionen vornehme» können, bevor wir nicht über die weiteren Arbeitsmöglichkeiten unserer Verbindung im klaren sind. Es wäre dringend wünschenswert,, daß das Präsidium uns wenigstens für dies Semester mit Ueberweisungem hilft. Mit bundesbrüderlichen Grüßem S. Margulies XC 137?