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Der jüdische Student · 1931-03-01 · Heft 3-4 (März 1931) · p. [Seite]

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Journal
Der jüdische Student
Volume
28 (1931)
Issue
Heft 3-4 (März 1931)
Date
1931-03-01
Page
[Seite] (sequence 26)
Language
German
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in bedenklicher Weise ins Stocken geraten — eine Folge nicht nur der allgemeinen Wirtschaftskrisis, sondern auch des Mißtrauens in die Lebensfähigkeit unserer Arbeit, das durch die politischen Ereignisse und schwerwiegende Fehler wachgerufen wurde. Hieraus droht eine schwere Gefahr für die Zukunft unseres Werkes, daß mühselig Stein auf Stein aufgebaut worden ist. Es ist die dringendste Aufgabe der Stunde, die privatwirtschaftliche Unternehmung wieder energisch anzukurbeln und aufs intensivste zu fördern. Man darf dies aber nicht wenigen Einzelnen überlassen, wie es — zumal in Deutschland — bis jetzt der Fall gewesen ist. Vielmehr ist jeder ausnahmslos verpflichtet, im Rahmen seiner maximalen Leistungsfähigkeit mitzuhelfen. Wohl dämmert diese Erkenntnis allmählich in weiteren Kreisen der Golah auf und beginnt sogar» sich im Bereiche des fCJ.V< zu rühren. Doch bleibt noch ein weiter Weg vor uns, bis die Erkenntnis dieser Lebensnotwendigkeit genügend eingehämmert und der Wille zu aktiver Mitarbeit ausgelost werden wird. Zur Erfüllung dieser Aufgabe bietet sich kein geeigneteres und wirksameres Mittel als die Fühlungnahme mit der palästinensischen Wirklichkeit, die nur ein Besuch des Landes gewähren kann. Wer einige Wochen offenen Auges hier verbracht hat, wird zwar noch kein Sachverständiger sein — wie es sich so manche einbilden —, aber er wird doch ein zutreffenderes Bild von den Wirklichkeiten und Möglichkeiten des Landes gewinnen, als es ihm sonst möglich ist. Wer unvoreingenommen alle Eindrücke auf sich wirken läßt und sich bemüht, vielseitige Informationen zu sammeln, wird eine Vorstellung von der Fülle der Anlagemöglichkeiten gewinnen, die sich in verschiedenen Zweigen des Wirtschaftslebens bieten: Landwirtschaft, Industrie, Handel, Transport, öffentliche Arbeiten, Baufinanzierung usw. Dadurch wird er in die Lage versetzt, zu einem selbständigeren Urteil zu gelangen und sich, je nach Neigung, Interesse und Mitteln, für diese oder jene Art der Kapitalanlage oder -beteiligung zu entscheiden: Wer darauf ausgeht, sein Leben mit Palästina dauernd zu verknüpfen, wird nur so den Weg erkennen, der ihn zu diesem Ziele führt. Die angedeutete Verpflichtung obliegt natürlich allen Zionisten, aber eine Gemeinschaft wie die der Alten Herren des K.J.V. sollte eine nobile officium darin sehen, mit aktivem Beispiel voranzuschreiten» Darum sollte sein Aufruf zur Palästinareise von einem tieferen Sann erfüllt werden, als es bis jetzt der Fall gewesen ist. Nicht nur inneres Erlebnis soll ihr Ziel sein — so wichtig auch diese Aufgabe ist —, sondern der Entschluß, dem werdenden Palästina das höchstmögliche Maß an tätiger Hilfe zu gewähren. Dies sei die Devise, unter der das K.J.V. seine kommenden Palästinareisen organisiert« Palästinareisen der Aktivitas. Von Herbert Mordediai Hurroitj (Haifa). Hermann Strucks Zeilen „Palästinareisen für die Aktivitas" im letzten „J. St." erfordern eine Erwiderung: Es ist möglich, einen längeren Aufenthalt hier unter dem Satz für Touristen zu arrangieren. Es ist dabei nicht ausschlaggebend, daß ra*^ Bundesbrüdern hier nicht zur Last fällt» Warum man solche Reisen veranstalten soll, hat andere Gründe. Ab* gesehen davon, daß an solchen Reisen sich größere Kreise beteiligen können» bekommen die Teilnehmer ein etwas richtigeres Bild von dem Leben hier, als

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