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Der jüdische Student · 1931-02-01 · Heft 2 (Februar 1931) · p. [Seite]

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Journal
Der jüdische Student
Volume
28 (1931)
Issue
Heft 2 (Februar 1931)
Date
1931-02-01
Page
[Seite] (sequence 31)
Language
German
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Voraussetzung Ibei Erlernung jeder Sprache ist »die Ausdauer. -Hebräisch lernen ist eine Dauerl'eistung, -die man! um so leichter fertig brinigt, je mehr man Konkurrenz Üodet. Wenm viele Bundesibrüder igjleichzeitig angefangen (haben, besteht für die ganze Zeit desl Lernens ein schöner Wettstreit, der manch einen mitreißt, der alleine nie zum Ziele ikänie. Und danm etwas Psychologisches: Wenn der Bbr. das Hebräischlernen zu den K.J.V.-Veranstaltungen hinzurechnet, — und das muß er, wenn es ihm einen oder mehrere Abende nimmt, — so kommt er leicht dazu, rein mathematisch festzustellen, daß das K.J.V. ihm zuiviel iZeit fortndinmt. Man kann auch wirklich unmöglich vier oder Sünfi Abende in der Woche im K.J.V. zubringen (wenigstens nicht in 'Großstädten), So darf es also nicht gemacht werden. Mian möge eich denken: Du hast zwei oder drei Stunden in der Woche mehr Kollegs. Olb man 35 oder 38 Stunden hat, spielt ja kaum eine Rolle. Deshalb soll da» Heflbräischlernen möglichst im Laufe des Arbeitstages stattfinden; nidht abends. Der Versuch, den da© Berliner Kartelll jetzt maclht, den Mittwochabend völlig freizuhalten, damit alle Bundesbrüder in etwa 5 Kurse geteilt, an diesem Abend Hehräisch lernen, hat nur dann seine Berechtigung, wenn, wie geplant ist, dieser Abend' mit einer heibräistchen Athmosphäre erfüllt di h. zu einer hebräischen Kulturveranistaltunlg werden soMI Wird esi diesen Zweck nicht erfüllen, muß man meiner Ansicht nach sofort die Kurse verlegen, damit der Abend für eine andere Veranstaltung frei wird. — Weiterhin muß über die ganze Wiinterzeit ein hebräischer Studienplan aufgestellt werden, der jede längere Unterbrechung 'des Lernens verhindert. Wir alle wissen, was es 'heißt: fünfmal anfangen und immer noch Anfänger iseinl Wer -seinen Studaenort wechselt, muß am neuen Ort einen ihm gemäßen Kursus vorfinden, eine organisatorische Aufgabe, die mit einigem Geschick) bestimmt lösbar ist. Sprachschulen und ähnliches gibt es woihl überall. Nur mußl die Verbindung dafür sorgen, da'ß der Zugereisite Bibr. einen Nicht- Abemd-Kursus vorfindet, bei dem er sofort mit Semesterbeginn mitmacht. Wann soll1 man anfangen, hebräisch zu1 lernen? [Nun, sofort, wenn miau eingesehen ihat, warum man es1 tut. Bei dem einen ist das der Tag der Rezeption, ibei dem anderen erst das zweite Semester, Zwang ist vom UeheL Ist die Verbindung auf Hebräisch eingestellt, so wird jeder Bbr. mitlernen, weil er sonst innerlich gar nicht zur Verbindung gehören würde. Vielleicht würde es in einer solchen Verbindung geschehen, daß der neue Bibr. über das Hebräische erst zum Zionismus kommt. Gewiß kein schlechter Weg! Dann mu'ß vermieden werden, daß Dispense vom Verbindungsbetrielb auch auf das Hebräischlernen ausigedehnt werden. Hebräischlernen ist Studium und keine K.J.V.-Veranstalitunig! Das hebräische AH.-Examen ist unbedingt beizubehalten. Die Bundesbrüder 'die vor der AH.ierung stehen ohne hebräisch zu können, sollen das Gefühl haben, daß sie wirklich schlechtere K..J.V.er sind und die A.H.ierung nicht verdienen, Das Kartell will hebräisiert werden und es wird gelingen! 30

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