Der jüdische Student
- Journal
- Der jüdische Student
- Volume
- 28 (1931)
- Issue
- Heft 2 (Februar 1931)
- Date
- 1931-02-01
- Page
- [Seite] (sequence 28)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
- OCR quality
- 95% known words query
- IRI
…/3537599-3537820-3537822--7887-3545936- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
OCR text
das um dessentwillen sich eine Zeitschrift gründet, in der es seinen „jüdischen Willen" propagiert: seine heutige Nichtexistenz ist es, was uns so schmerzlich berührt. Ueberschüssige. Energien sind kaum ein Charakteristikum des K.J.V. von 1931. Wir — in Königsberg zumindest — haben die Empfindung, daß das heutige Kartell kaum etwas anderes als die organisatorische Summe mehrerer Studentenverbindungen darstellt, m. a. W., daß die Verbindungen in einer glänzenden Isoliertheit dahinleben. Isoliertheit mag zuweilen die Bildung von festen Kreisen erzwingen, als dauernder Zustand jedoch heißt sie Inzucht und hat als Ergebnis Degeneration. Die Udberwindung dieser Isoliertheit bedeutet nicht nur Stärkung des Kartellbewußtseins, d. h. des Bewußtsem der einzelnen Bundesbrüder und der einzelnen Verbindungen, Getragene und Träger einer größeren Gemeinschaft zu sein, Sie bedeutet vielmehr Schaffung einer Einheit „K.J.V", Erzeugung eines Kartellgeistes , d. h. Umwandlung der organisatorischen Maschinerie „Kartell** zum lebenden Organismus „Kartell". IL Der Bannung dieser Isoliertheit sollte das Aktiven-Korrespondenzblatt dienen, das zu redigieren das Präsidium die Königsberger Verbindung beauftragt hatte. Es sollte das Organ der Alktivitas sein. Der J.St. konnte nicht und — wie von berufener Seite versichert wurde — kann überhaupt nicht diese Aufgabe erfüllen. Er richtet sich in gleicher Weise an die Aktivitas wie an die A.H. A.H.-schaft. Er kann es sich deshalb nicht leisten, von Experimenten zu berichten, die in den einzelnen Verbindungen gemacht werden, von denen man noch nicht weiß, ob sie für uns günstig oder ungünstig ausfallen werden und ob, wenn sie schon in einer Verbindung geglückt sind, ihre Ergebnisse die Grundlage für die Arbeit auch der anderen Verbindungen darzustellen geeignet sind. Der J.St. kann nicht Probleme ideologischer und organisatorischer Art aufrollen, deren kommende Bedeutung zwar undeutlich empfunden wird, deren Lösung jedoch überhaupt nicht oder nur in der einen oder der anderen Verbindung bekannt ist. Das Korresponr denzblatt sollte diese Lüjke ausfüllen. Es sollte das Sprachrohr der Aktir vitas sein, durch das die einzelnen Verbindungen ihre Erfahrungen, ihre Probleme und ihre Sorgen — mögen sie auch nur von örtlichen Umständen bedingt sein — der gesamten Aktivitas des K.J.V. mitteilen und durch das die Antworten und Lösungen zu geben versuchen. Hilfe und Anregung den Verbindungen zu übermitteln, sollte Aufgabe unseres Blattes sein. Der Grundgedanke war der: Die Sorgen und Probleme der einzelnen Verbindungen müssen zu Sorgen und Problemen des Kartells werden: Das Kartell muß zur „Verbindung", es muß eine Einheit, ein fester Kreis werden. HL Bis dahin ist der Weg weit. Damit ist eine Frage angeschnitten, die den kommenden Karteütag wohl beschäftigen wird. Was* hat da® KarteM, was hat als Organ dieses Karteliis das Präsidium, abigesehen vom der Gründung des Aktiven /Korrespondenzbliattes, für die EntwidkiJung zum „ge- 27