Der jüdische Student
- Journal
- Der jüdische Student
- Volume
- 28 (1931)
- Issue
- Heft 2 (Februar 1931)
- Date
- 1931-02-01
- Page
- [Seite] (sequence 26)
- Language
- German
- Belongs to
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Alten Herren haben die Fragen der Art der Erziehung in diesen Schulen zu klären, halben in den Gemeindevertretungen dafür zu kämpfen. Da® ganze schwierige Gebiet der Gemeindearbeit überhaupt darf nicht nur von einzelinen unserer Menschen nach ihrem iGutd'ünlken bearbeitet werden, da® Präsidium, Altherrentagungen, Bezarksverbände und die einzelnen1 Altiherrenbüiide müssen diese Fragen behandeln, Richtlinien für die Arbeit aufstellen, und so auch dem einzelnen das Ge'fühl vermitteln, daß er nicht allein auf einem verlorenen Posten in einem Kreis von Baalebattim kämpft, sondern daß es eine Stelle gibt, die ihm 'Rat. Unterstützung und Hilfe schaffen kann. Entschaidend wichtig ist die wirtschaftliche Verknüpfung mit Palästina. Wie geschieht das beute, soweit es überhaupt geschiebt? Es kommt ein Palästinenser, der eine igute Sache drüben hat, für die Geld nötig ist, und interessiert ein paar alte Herren, die au© zionistischem Verantwortungsgefühl heraus geben, wenn sie etwas geben können. (Das Kartell hat nichts davon. Wir Aktiven haben heute durchaus nicht das Gefühl, auf diese Weise wenigstens mit Palästina verkn'üpift zu sein, und wir wissen doch alle, daß der größte Teü unserer Menschen hier bleiben mußte und auch in der nächsten Zeit wird hierbleiben müssen, und daß das das einzige Mittel ist, das die meisten von uns direkt mit Erez Israel verknüpfen könnte. Es muß gelingen, ein Palästinaprojekt ausfindig zu machen, das vom Kartell durchgeführt wird. Diese Forderung ist die Konsequenz aus der Vorstellung, daß dasi Kartell als Gesamtheit sich verantwortlivh erklärt, für alle Zweige zionistischer Arbeit. So fällt ihm -auch diese wichtige Au'fgabe zu, unser gemeinschaftliches Palästina werk zu schaffen. Wir wollen das Gefühl haben, daß hier wie dort von unseren Menschen mit unseren Mitteln der Aufbau Palästinas gelfördert wird. Selbstverständlich ist, daß dieses Projekt genau geprüft und wirtschaftlich fundiert sein muß, selbstverständlich auch, daß es die Form eines Unternehmens haben muß, an dem sich jeder beteiligen 'kann und soll. Der Verknüpfung mit Palästina soll auch der Plan der Palästinareisen» den Egon Rosenberg vorgeschlagen hat, dienen. Er hat den Vorteil, Bundesbrüdem die Möglichkeit zu geben, nach Palästina zu reisen, getragen von der Hilfe der Gemeinschaft des Kartells. Der gleiche Grundgedanke gilt für die Ortsigrupipenarbeit in Deutschland, die aber von Aktivit'as und Altherrenschaft gemeinsam zu leisten ist. Wür wissen, wie 'problematisch die ganze Frage der Ortsgruppen überhaupt ist. Da ist es, so schön es sein mag, verhältnismäßig gleichgültig, olb an einem Ort von einer 'guten Verbindung oder von einem tüchtigen Alten Herrn eine gute iOrtsgruppe geleitet wird. Wenn aber das ganze Kartell einmal diese Frage zu der seinigen machte und sich an allen Orten mit all! seinen Menschen dafür einsetzte, dann könnte man dem deutschen Zionismus aus seiner Stagnation heraushelifen. 25