Der jüdische Student
- Journal
- Der jüdische Student
- Volume
- 27 (1930)
- Issue
- Heft 9 (Oktober 1930)
- Date
- 1930-10-01
- Page
- [Seite] (sequence 48)
- Language
- German
- Belongs to
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und ihr Vorbild erzieherisch wirken konnten. Ein Teil der Füchse war zionistisch bereits vorgebildet und strebte über den Rahmen des K.J.V. hinaus. Die andere Hälfte, aus völlig assimilierten Kreisen stammend, brachte fast nichts an Kenntnissen mit, so daß sich die erzieherische Arbeit besonders schwierig gestaltete. Dazu kam noch der ungünstige Einfluß, den Berlin stets auf die Verbindungsarbeit dadurch ausübt, daß es die Menschen öi höherem Maße in Anspruch nimmt und wenig Gelegenheit gibt, auch außerhalb der Verbindung zusammen zu sein. Trotzdem hat sich an guten Einzelleistungen gezeigt, daß genügend befähigte und arbeitsfreudige Bundesbrüder da sind, um eine erfolgreiche Weiterarbeit im Wintersemester zu garantieren. Dieses trat besonders bei den allgemeinen Veranstaltungen hervor (eine Besprechung von A. D. Gordons „Erlösung durch Arbeit", eine Darstellung des revisionistischen Programms, ein Referat über das Arbeiterinnenbuch „Diwre Poeloth", das auch an dieser Stelle allen Bundesbrüdern empfohlen werden soll — es ist ein ganz herrliches Buch! — Pressereferate, ein Vortrag über Gemeindepolitik). Der Sport, der noch sehr viel zu wünschen übrig ließ, soll im nächsten Semester mit voller Intensität als Hauptveranstaltung betrieben werden. Es ist zu hoffen, daß dann der Sport-V.J.St., getragen von einem Kreise verantwortungsbewußter Bundesbrüder, die Schwierigkeiten, in denen er sich bis jetzt befunden hat, überwindet. Hechawer-Riga* Charge: B. Wischnewski (X), J. Gorfinkel (XX), J. Negelew (XXX), B. Gurewitz (F.M.). Die Hauptarbeit der Verbindung richtete sich auf Hebraisierung und zionistische Vertiefung, und dieses Programm wurde konsequent durchgeführt. Es gelang, einige B.C. ausschließlich in hebräischer Sprache durchzuführen, was um so höher zu werten ist, als die jetzige Burschen-Generation zum großen Teil ohne hebräische Kenntnisse in die Verbindung gekommen ist. Da die Füchse auch bereits ein weitgehendes hebraisiertes Element darstellen, konnten im Laufe des Semesters eine ganze Reihe von Veranstaltungen stattfinden, die in hebräischer Sprache durchgeführt wurden. Politische Referate beschäftigten sich mit den aktuellen Problemen des Zionismus. In der Fuchsenstunde wurde der Tendenzkurs vom vorigen Semester fortgesetzt, dabei die Geschichte der jüdischen Kolonisation in Palästina, die Entwicklung des Nachkriegs-Zionismus behandelt. Das Burschenseminar beschäftigte sich mit dem Problemkomplex „Judenstaat, binationaler Staat, Brith Schalom". Besonders fruchtbar wurde die Verbindungsarbeit durch die Besuche der Bbr.Bbr. Blumenfeld und Werner Bloch. Es gelang, eine Rigaische Abteilung der Wizo zu gründen, die bereits 200 Mitglieder zählt. Die Chargen für das nächste Semester Juni-Dezember 1930 sind: J. Gorfinkel (X), L. Kuschner (XX)f L, Kurmann (XXX), S. Weinberg (F.M.). Das vorige Semester kann als befriedigend bezeichnet werden. Jordania-BaseL Diese Verbindung, mit der wir ein Freundschaftsabkommen haben, berichtet uns, daß ihre Arbeit im vergangenen Semester befriedigend gewesen ist. Es wurden vor allen Dingen Themen der zio-» 46