Der jüdische Student
- Journal
- Der jüdische Student
- Volume
- 27 (1930)
- Issue
- Heft 9 (Oktober 1930)
- Date
- 1930-10-01
- Page
- [Seite] (sequence 46)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
- OCR quality
- 96% known words query
- IRI
…/3537599-3537812-3537818--7763-3545810- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
Mentioned entities
OCR text
Bandesbrüder trafen sich sehr häufig im Heim bei Bundesbrüdern oder sonstwo, und es ergaben sich meist interessante Diskussionen, Die aktuellen zionistischen Probleme wurden besprochen, auch wurde in Gemeinschaft mit der Hatikwah-Köln ein Kurs über Sozialismus von einem Mitglied der Sozialistischen Studentengruppe gehalten. Es wurden zwei Aktivmeldungen erzielt, und es besteht die Hoffnung, die Arbeit weiter zu führen. Maccahäea-Königsberg. Charge: Ernst Lewin (X), Kurt Winter (XX), Chaim Nachmannsohn (XXX)- Die Verbindung war zahlenmäßig sehr stark und setzte sich hauptsächlich aus jungen Bundesbrüdern zusammen. Fast alle aktiven und inaktiven Bundesbrüder lernten hebräisch; systematische Kurse wurden nicht veranstaltet, sondern die Verbindung setzte sich an Einzelabenden mit verschiedenen Problemen auseinander. Fahrten und Sport fanden regelmäßig statt. Zusammenkünfte, sehr privater Natur, beschäftigten sich mit Problemen der Fuchsenerziehung (Gustav Landauer usw.). Die Fuchsenstunde leitete Bbr. Klimowski, man könnte sie etwa: „Unsere Stellung zur Umwelt" überschreiben. Das Spezifische des vergangenen Semesters ist darin zu sehen, daß in ihm in einem das gewöhnliche weit übersteigende Maß die Frage der Voraussetzung der ganzen Verbindungsarbeit, d. h. der Form ihres Lebens, zur Diskussion stand. Aus der Voraussetzung, die davon ausging, daß der Zionist sich zu einem statischen Gebäude bestimmter Doktrinen entwickelt hat, der als solcher keine menschengestaltende Kraft mehr besitzt, ergibt sich als Aufgabe: Auseinandersetzungen mit den Problemen, die uns als Menschen des 20. Jahrhunderts interessieren. Das Semester ist gut verlaufen und hat Nutzen gebracht, wenn auch zu einem Teil nur als Vorbereitung für die weitere Arbeit. Hasmonaea-Berlin. Charge: Ernst Gruenbaum (X). Es fehlte in der Verbindung an älteren Burschen, ein Zustand, der sich jedoch im Wintersemester bessern wird, da fünf Bundesbrüder im Laufe des Sommers in sehr befriedigender Weise ihr Burschenexamen abgelegt haben. Die „alte" Hasmonaea hat sich allmählich in die verschiedensten Himmelsrichtungen verstreut, und die Verbindung setzt sich aus neuen Menschen zusammen, die von der sogenannten Hasmonaea-Tradition nicht viel merken lassen. Deshalb braucht diese neue Hasmonaea nicht schlechter zu sein, als die alte gewesen ist. Das Wochenprogramm umfaßte neben Kursen von A.H. Schloß über „Araberfragen" und Teilnahme eines Vortrags-Zyklus von A.H. Kanowitz in der B.Z.V. die Arbeit in einigen Arbeitsgemeinschaften. Im nächsten Semester wird man besser wieder zu Kursen alten Stils zurückkehren, schon weil sie im Gegensatz zu den Arbeitsgemeinschaften Gelegenheit zu Aussprachen im Rahmen der gesamten Verbindung geben. Bei den A.H. A.H. fanden Auseinandersetzungen über zionistische Themen statt, die sehr fruchtbar waren. Es wurden 3 Rezeptionen vorgenommen, 2 Aktivmeldungen liegen noch vor. Die besten Erfolge in der Keilarbeit ließen sich durch gesellige Abende bei den A.H. A.H. erzielen, während große Veranstaltungen sehr oft nicht die Möglichkeit geben, die einzelnen zu uns kommenden Keilfüchse zu erfassen. Zusammen- 44