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Der jüdische Student · 1930-07-01 · Heft 6 (Juli 1930) · p. [Seite]

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Journal
Der jüdische Student
Volume
27 (1930)
Issue
Heft 6 (Juli 1930)
Date
1930-07-01
Page
[Seite] (sequence 30)
Language
German
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drängt, der die Situation überblickt und weiß, daß die Führer der Z. V. f. D. mit den geistigen Führern des K.J.V. vielfach identisch waren und es z. T. noch sind. Und es erhebt sich bei näherer Betrachtung des Sachverhaltes, daß die Z.V.f.D., eine politische Organisation, und das K.J.V., ein Erziehungsbund, versagt haben, die weitere Frage, ob vielleicht zwischen Politik und Erziehung im Zionismus ein innerer Zusammenhang besteht. In Wahrheit bestehen solche Zusammenhänge mannigfachster Art. Aber ihre Erkenntnis muß auch in die Grundlagen unserer Politik und Erziehung eingehen; nur so können beide ihr Ziel erreichen. Obwohl ich gegen die offiziellen politischen Anschauungen der Z. V. f. D. stehe, und auch innerhalb des K.J.Y, mit gewissen Meinungen über unsere Erziehung ganz und gar nicht konform gehe, mache ich meine Ausführungen nicht um der Polemik willen. Aus allen unseren Kämpfen muß das Kartell als Sieger hervorgehen. Aber dazu bedarf es der Klärung der Grundlagen. I. Ein sonderbares Wort geht seit einiger Zeit durch die zionistische Oeffentlichkeit: „Veränderte Zielsetzung unserer Politik." Zu gleicher Zeit ertönt aus der entgegengesetzten Ecke ein anderer Ruf: „Zurück zu Herzli* Um dieselbe Zeit halten wir im deutschen Zionismus Umschau und können, von Einzelerfolgen abgesehen, im großen ganzen einen Stillstand der Bewegung feststellen, soweit es den Zustrom neuer Kräfte angeht. Angesichts dieser fatalen Lage, und zugleich in den Widerstreit jener beiden Parolen hineingestellt, muß sich vor jedem Zionisten die bange Frage erheben: wie sollen wir denn für den Zionismus werben? II. Die Methode der Werbung richtet sich nach ihrem Gegenstand, und da ist zu erörtern, wen wir werben wollen. Die einzige Antwort lautet: das ganze jüdische Volk. Da wir dieses jüdische Volk ohne Ausnahme wollen, handelt es sich um eine Volksbewegung: ein ganzes Volk soll auf ein bestimmtes Ziel hin in Bewegung gesetzt werden. Grundsätzlich muß die Werbung daher eine volkstümliche sein und im allgemeinen nicht akademisch. Denn das ist klar: das Gros wird einen Zionismus, der akademisch dargelegt wird, nie verstehen — und was wir brauchen, ist ja in erster Linie: Verständnis. Volkstümlich aber — heißt das etwa; ein kunstvoll aufgebautes System komplizierter Gedanken (die im übrigen innerhalb der zionistischen Ideologie einen wichtigen und sogar notwendigen Ort haben)? Oder heißt es: einfache, klar formulierte Tatbestände und, daraus resultierend, greifbare Forderungen? Wir kennen eine bestimmte Art von Propagandareden, bei denen sich der einfache Mann, der nicht studiert hat, und zu seinem Glück nur verhältnismäßig wenig an Minderwertigkeitskomplexen laboriert, an den Kopf faßt, in dem das für ihn ganz und gar Unverständliche keinen Platz findet. Er will sich nicht mit sublimierten 30

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