Der jüdische Student
- Journal
- Der jüdische Student
- Volume
- 27 (1930)
- Issue
- Heft 6 (Juli 1930)
- Date
- 1930-07-01
- Page
- [Seite] (sequence 22)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
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dischen Gercr Rebbe) —Wilna—Krakau—Zawoja (im westl. Beskidengebiet, wo ein« jüdische Ferienkolonie besucht wird) — Rückreise. Außerdem werden einige Kleinstädte besucht. Die Gesamtkosten betragen ca. 165,— RM. Wir versprechen uns von der Polenfahrt ein reiches zionistisches und jüdisches Erlebnis und würden uns freuen, wenn Bundesbrüder aus anderen Verbindungen daran teilnehmen möchten; Diejenigen Bbr., die die Reise mitmachen wollen oder ausführlichere Auskunft wünschen, müssen sich umgehend an Henryk J. Spiwak, Berlin W 15, Pariser Straße 62, wenden. Der jüdisdi'liberale Gedanke in der Politik Von Gustav Krojanker. Wir geben im folgenden einen Teil des Vortrages in komprimierter Form wieder, den Bbr. Krojanker an dem vom Präsidium veranstalteten Akademischen Abend im ehemaligen Herrenhaus gehalten hat. Leider müssen wir aus Platzgründen auf die Wiedergabe der innerjüdischen Auseinandersetzung verzichten, hoffen sie aber später nachholen zu können. Die Redaktion. Wer heute die Deutsche Demokratische Partei, ihre Zusammensetzung und ihre Haltung in allen politischen Fragen betrachtet, wird dabei einen wesentlichen Faktor nicht außer acht lassen dürfen: daß sie nämlich, neben allem anderen natürlich, doch auch die Partei der deutschen Juden ist. Dieser Umstand wird nur von den Antisemiten zugegeben, aber hier in so gehässiger Verzerrung, daß deren Einsicht für die Erkenntnis der wahren Zusammenhänge praktisch auf dasselbe hinauskommt, wie die vom Liberalismus selbst (aus guten Gründen) betriebene Verdunkelung des Tatbestandes. Diese beiden Methoden der Betrachtung — Verzerrung oder Verdunkelung — gelten überhaupt für alles, was in Deutschland irgendwie mit der jüdischen Frage zusammenhängt. Um so notwendiger wird es deshalb sein, die Einwirkung der deutschen Juden auf das innerpolitische Leben Deutschlands einmal mit aller Objektivität, jenseits von gehässiger Entstellung und betriebsamer Verschleierung, zu betrachten. Wenn hier die Hauptmasse der deutschen Juden für die Deutsche Demokratische Partei in Anspruch genommen wird, so wird dabei natürlich nicht verkannt, daß sie auch in anderen politischen Lagern vertreten sind. Da ist zunächst eine wirtschaftlich besonders gehobene, aber zahlenmäßig sehr unbeträchtliche Schicht, die aus wirtschaftlichen Gründen so weit nach rechts geht, wie es ihr der Antisemitismus noch irgend gestattet; da sind viele Angehörige, besonders der freien Berufe, die zur S.P.D. gehören, und da ist eine radikale intellektuelle Jugend, die, obschon aus bürgerlichem Lager kommend, sich den kommunistischen Parteien zugewandt hat. Aber 22