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Der jüdische Student · 1930-07-01 · Heft 6 (Juli 1930) · p. [Seite]

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Journal
Der jüdische Student
Volume
27 (1930)
Issue
Heft 6 (Juli 1930)
Date
1930-07-01
Page
[Seite] (sequence 17)
Language
German
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Wüstenwanderung, Damit wendet er sich gegen die bisherige Bibelkritik und kehrt zur ursprünglichen These zurück, daß der Pentateuch am Anfange der Volkwerdung steht. Er begründet diese Behauptung mit dem Sprachcharakter des Pentateuchs, der auf einer so hohen Stufe stehe, daß die primitiven Ureinwohner Palästinas nicht die sprachlichen Lehrmeister Israels gewesen sein könnten. Jene hätten es niemals zu einer eigenen Schriftsprache, geschweige denn zu einer eigenen Literatur gebracht. Also könne der Pentateuch nur unter dem Einflüsse der alten Kultur Aegyptens, entweder in Aegypten selbst oder während der Wüstenwanderung, entstanden sein. Auch sein Wortbestand und seine religiöse und kulturelle Vorstellungswelt sei stark von Aegypten beeinflußt. Vor einigen Monaten hat Yahuda in der Vorderasiatisch-Aegyptischen Gesellschaft in Berlin seine These vor einem Auditorium von Fachgelehrten dargelegt und zu begründen versucht. Es wurde gegen ihn eingewendet, die Tatsache des ägyptischen Einflusses besage noch nichts über Ort und Zeit der Entstehung, denn Palästina sei immer ägyptische Interessensphäre gewesen. Die These Yahudas steht im ausgesprochenen Gegensatze zu der besonders von Friedrich Delitzsch in seinen Babel- und Bibelvorträgen aufgestellten Behauptung, daß das israelitische Schrifttum babylonischen Ursprunges sei, und zwar von der Zeit her, wto Palästina zum babylonischen Reiche gehörte. Die These Yahudas ist darum besonders interessant, weil, wenn sie „richtig" ist, sich daraus ergibt, daß Israel Aegypten bereits als Kulturvolk verlassen hat, während die alttestamentliche Wissenschaft bisher angenommen hatte, daß es sich bei dem Auszuge um primitive Beduinen gehandelt habe, die erst von den Ureinwohnern Palästinas die entscheidenden kulturellen Anregungen erhalten hätten. Hätte Yahuda recht, dann wäre ein Kulturvolk nach Palästina gekommen und hätte sich dort an eine minderwertige Umgebung angepaßt. Auf den Niedergang wäre dann die Zeit der Propheten gefolgt. Man sieht: die Bibelkritik hat ihr letztes Wort noch keineswegs gesprochen, und die Tradition von Zeit und Art der Entstehung des Pentateuchs braucht nicht notwendig unwissenschaftlich zu sein. * Wer verkauft das Land? Von arabischer Seite wird immer wieder behauptet, die Juden kauften das Land in Erez Israel von den Fellachen und vertrieben sie damit von ihrem Acker. „Palestine Weekly" hat die Frage, wer nun eigentlich die Bodenverkäufer sind, untersucht und kommt in seiner Ausgabe vom 10. Januar zu dem Ergebnis, daß der größte Teil der Bodenverkäufer Effendis sind, die sich überwiegend im Auslande befinden und den Boden niemals selbst bebaut haben. Die folgende Aufstellung des „Palestine Weekly" ist in dieser Beziehung sehr beredt: 17

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