Der jüdische Student
- Journal
- Der jüdische Student
- Volume
- 27 (1930)
- Issue
- Heft 4-5 (Mai 1930)
- Date
- 1930-05-01
- Page
- [Seite] (sequence 39)
- Language
- German
- Belongs to
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Alexandrien—Bairut nach Haifa braucht. Auch Ermäßigung bei Benutzung einer höheren Klasse. Die übrigen Bundesbrüder, die die gar nicht unerheblichen Ausgaben eines Aegyptenbesuches scheuen, könnten von Triest direkt über Jaffa nach Haifa fahren. Wir haben die Tage in den Städten dazu benutzt, damit die Bundesbrüder speziellen Wünschen nachgehen können. So haben wir einen zweiten Besuch in Ben Schemen bei Lehmann gemacht und haben die Tage für Besuche bei Bundesbrüdern u. dergl. verwandt. Es besteht dann auch die Möglichkeit, daß Bundesbrüder, die etwas mehr ausgeben wollen, in diesen Tagen sich in kleinen Gruppen ein Auto nehmen und Besichtigungen vornehmen können, die in der allgemeinen Fahrt nicht vorgesehen sind. Wir möchten auch empfehlen, künftig nicht mehr die Unterkunft bei Bundesbrüdern vorzusehen, es sei denn, daß einzelne Bundesbrüder besonders eingeladen werden. Wir persönlich haben darin eine Belastung der dortigen Bundesbrüder gesehen, denen solch ein Besuch erhebliche Kosten und Einschränkungen auferlegt. Andererseits ist dabei zu berücksichtigen — und das möchte ich ausdrücklich betonen, daß nach meiner Auffassung der größere Teil der dortigen Bundesbrüder sich über diesen Besuch außerordentlich gefreut hat. Vor jeder künftigen Palästinafahrt ist grundsätzlich jeder Teilnehmer ausdrücklich darauf hinzuweisen, daß er auf Quartier bei einem palästinensichen Bundesbruder nicht zu rechnen hat. Immerhin ist ein gewisser Ausgleich geschaffen dadurch, daß ja Einladungen natürlich vorgesehen sind. Für die technische Durchführung künftiger Fahrten möchten wir noch folgendes bemerken: Man beabsichtigt in Palästina die Gründung eines Touring-Clubs, dessen Aufgabe es sein soll, solche Reisen zu veranstalten und billige Unterkunftsmöglichkeiten und Verpflegungsstätten einzurichten. Soweit mir erinnerlich, hat sich Herr Georg Herz-Haifa dahin ausgesprochen. Nach unseren Erfahrungen möchten wir euch empfehlen, zwar mit diesem Touring-Club in Verbindung zu treten, aber doch die Reise nur in Verbindung mit einem Reisebüro zu machen, das u. E. viel mehr Erfahrung besitzt und die Reise wahrscheinlich, trotz seines eigenen Verdienstes, viel billiger machen wird. Ein Fehler, z. B. einen Führer für volle drei Wochen zu engagieren (sogar ein ganz schwerer Fehler), passiert einem Reisebüro nicht. Es ist z. B. völlig überflüssig, in Haifa oder in Tel-Aviv einen Führer zu haben. Was dort zu sehen ist, zeigen die Bundesbrüder viel besser, und es ist nicht schwer, für bestimmte Zeiten bestimmte Bundesbrüder freizumachen. Selbst in Jerusalem hat uns Bbr. Treu ausgezeichnet und viel besser geführt als der Führer. Der Führer ist lediglich erforderlich für die Fahrten durch die Kolonien. Dabei ist noch zu beachten, ob es überhaupt nötig ist, einen berufsmäßigen Führer zu engagieren, der recht teuer war. Es gibt sicher eine Reihe Poalim, auch Bundesbrüder, die sich gern Geld verdienen und die Sache ebensogut machen. Es gibt auch sehr versierte Chauffeure .die dies m. E. in gleicher Weise machen. In den Kolonien selbst hat der Führer uns nämlich gar nicht führen können. Wir waren auf das angewiesen, was uns von den dortigen Leuten gezeigt wurde. 39