Der jüdische Student
- Journal
- Der jüdische Student
- Volume
- 27 (1930)
- Issue
- Heft 3-4 (März 1930)
- Date
- 1930-03-01
- Page
- [Seite] (sequence 60)
- Language
- German
- Belongs to
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Person zu sein. Jedes Präsidium hat für das, was es nicht geleistet hat, einzustehen. Wir haben uns auf den Vorschlagdes Präsidiums nicht einigen können, erst nach vier bis fünf Tagen, als die Einigung gescheitert war, haben wir einen neuen Vorschlag gemacht. Ich bat, diesen im J. St. mitabdrucken zu lassen, das habt Ihr verweigert. Warum nun dieses Geschrei von Hinterlist und Tücke? Schloß hätte den Ausdruck Korruption nicht im J.St. stehen lassen dürfen. Lichtheim und Schloß, Ihr macht jetzt folgenden Fehler, Ihr wollt Euch auf diesem Kartelltag nicht stürzen lassen'. Ihr könnt aber nicht gut von mir verlangen, daß ich von Eurem angestammten Recht überzeugt bin, Ihr könnt es auch von keinem anderen Bundesbruder verlangen. Nun zum Sachlichen: Es geht uns nicht gut, das rein Menschliche, das das K. J. V. immer stark adelte, es ist verloren gegangen. Ich kann für das K.J.V. keine andere Existenzberechtigung sehen, als die rein menschliche Verbundenheit. Meinungen sind sekundär, es gibt ein stärkeres Band als Papier und Programme : Für alles das, was ein K. J. V.er tut, einzutreten, und ihn notfalls zu decken. Für mich gibt es keine Trennung zwischen Zionismus und K. J. V. Ich kann nicht zugeben, daß ich mich hier im K. J. V. zu einem Parteipolitiker stempeln lassen soll. Ich habe mich hier nur als K. J. V.er gefühlt. Ich war erst K. J. V.er und dann wurde ich Zionist. Die Bundesbrüder aus Königsberg werden das bestätigen. Es gibt nicht eine Stunde, in der ich mich nicht dem K. J. V. gewidmet habe. Ihr sollt mir doch das zubilligen, was Ihr jedem jüngsten Bundesbruder zubilligt. Unser größter Feind ist die Langeweile, und wodurch wird sie erzeugt? Man kann nicht junge Menschen von 18 bis 20 Jahren auf Eis legen, das K. J. V. kann nur gedeihen, wenn man ihm Tag für Tag Aufgaben stellt, die auch für die Menschen draußen entsprechend sind. Wir können uns nicht mit der Formel zu Bett legen, daß wir keine Jugendbewegung sind. Man sollte auch nicht immer mit der Statistik kommen und sagen: 1500 A. H. und 500 Aktive besitzen wir. Die Menschen, die das K. J. V. in die Landesvorstände getrieben hat, sind doch alte K. J. V.er, sind die frühere Generation. Schloß versucht unsere Menschen zu beruhigen: Die Stunde der Erfüllung komme noch. Im Gegenteil, wir haben den jungen Menschen zu sagen: Du bist jetzt ein Zionist geworden, Du hast Dich in der Oeffentlichkeit zu bewähren. Wir haben draußen ganz bestimmte spezifische Aufgaben: Zum Beispiel die Organisierung und Zusammenfügung der nicht von den Bünden erfaßten Jugend. Es klang etwas merkwürdig, wenn Schloß in seinem Referat von der Arbeit im neutralen Jugendbund redete. Man kann doch Jugendpolitik nicht durch Programme treiben. Ich erkläre hier ganz offen, das alte Präsidium hatte für diese Dinge kein Verständnis und ich wage, zu behaupten, daß alle, die im Präsidium sitzen, die Blätter des Aelteren-Bundes Kadimah nicht gelesen haben. Das Präsidium macht es sich leicht, es sagt: Wir sind die Schlichten, die Klaren und Eindeutigen, wir führen Euch, wir denken für Euch, aber dort sind