Der jüdische Student
- Journal
- Der jüdische Student
- Volume
- 27 (1930)
- Issue
- Heft 3-4 (März 1930)
- Date
- 1930-03-01
- Page
- [Seite] (sequence 10)
- Language
- German
- Belongs to
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Beruf sr es sort I: Dr. Alfred Lewin, Berlin W 30, Neue Winterfeldtstr. 40, Nolles dorf 1986. B.-A.: Berlin SW 68, Friedrichstr. 49, Dönhoff 2861 und 6526. Be ruf sr es sort Iii 1 j Dr. Siegmund Wassermann, Berlin W 50, Passauer Str. 8, Berolina 4638.; j Am Beginn des neuen Kartelljahres. V6n Egon Rosenberg (V. J. St. Hasmonaea, Berlin, A. H.). Auf dem 10. Kartelltag standen sich in der Hauptsache zwei Gruppen gegenüber, getrennt durch Spannungen, die sich aus Gegensätzen herleiten, welche sich in der zionistischen Bewegung (entwickelt haben. Die Differenzierung der zionistischen Ideologie, die Kämpfe um ihre Auswirkung in Programm und konkreten Aufgaben ist etwas durchaus natürliches. Diese Differenzierung ist Beweis für die lebendige Entwicklung, in welcher der Zionismus sich befindet. Ideologien und Programme werden unerschütterlich und unverletzlich nur in solchen Bewegungen, die entweder ihr Ziel erreicht oder ihre Zeit überlebt haben. Beides trifft für die zionistische Bewegung nicht zu. Im Gegenteil, in dem Maße, in dem zionistische Ideen Realität des jüdischen Lfebens werden, müssen Ideologien und reale Aufgaben sich den Tatsachen anpassen, und das kann nicht ohne inneren Widerstand und Kampf geschehen. Daß die K. J. V.er an diesem Kampf Anteil nehmen, ist nicht nur ihr Recht, sondern ihre Pflicht. Im Laufe der Jahre aber haben die sachlichen Differenzen, deren Träger bestimmte Personen waren, in diesen Menschen einen Reizzustand erzeugt, der eine besondere Bereitschaft - zur Gegensätzlichkeit schuf, und, was noch gefährlicher ist, sich auf andere übertrug, man könnte fast sagen: vererbte. Die sachlichen Auseinandersetzungen verloren an Bedeutung, die persönliche Entfremdung und Gegensätzlichkeit wurde verstärkt. Vor dieser Folgeerscheinung sollte gerade das K. J. V. bewahrt sein auf Grund der besonderen Verbundenheit seiner Mitglieder. Wir haben für diese Verbundenheit den Begriff der „Bundesbrüderlichkeit" aus dem deutschen akademischen Leben entnommen und, wie andere Begriffe und Formen, mit besonderem Inhalt erfüllt. Für uns bedeutet Bundesbrüderlichkeit mehr als eine auf gemeinsamer Vergangenheit beruhende Erinnerung Alter Herren, mehr als das Gemeinschaftsgefühl einer zu gemeinsamem Erleben zusammengeschlossenen Jugendgruppe. Wir verbinden mit diesem Begriff selbstverständlich auch zionistische Vorstellungen mit den daraus sich ergebenden Verpflichtungen einer zu besonderer Leistung zusammengeschlossenen Gruppe. Wir erstreben die Erreichung eines Zukunftszieles durch Einsatz unserer eigenen Kräfte und durch Heranbildung neuer Generationen von Mitarbeitern. Darum liegt in der Frage der Bundesbrüderlichkeit ein zionistisches Aktivum. Aus einer auf bttndesbrüderlichem Zusammenschluß bestehenden Gemeinschaft zionistischer Menschen — seien sie auch in innerzionistischen 10