Der jüdische Student
- Journal
- Der jüdische Student
- Volume
- 27 (1930)
- Issue
- Heft 1-2 (Januar 1930)
- Date
- 1930-01-01
- Page
- [Seite] (sequence 75)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
- OCR quality
- 95% known words query
- IRI
…/3537599-3537812-3537813--7465-3545507- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
OCR text
A. H. Emrich geleiteten Jungzionistischen Arbeitskreis, wo regelmäßig die verschiedensten Probleme diskutiert wurden. Am Ende des Semesters fand eine Burschenprüfung statt, aus der vier neue Burschen hervorgingen. Im ganzen kann man also mit der Arbeit dieses Semesters zufrieden sein, vor allem, wenn man unsere großen Schwierigkeiten in Rechnung zieht. Wir betonen aber wiederum die Dringlichkeit zahlreicherer Ueberweisungen von Burschen, da wir im nächsten Semester schon im Hinblick auf unser Stiftungsfest eine sehr leistungsfähige Verbindung brauchen. Ernst Eisen. * V. J. St. Maccabaea - Berlin. Die Entwicklung der Maccabaea im letzten halben Jahr ist etwa in dem Sinn verlaufen, wie zum Schluß des Sommefsemesters vorauszusehen war. Von August bis Oktober waren Alfons Gundermann, Ilbert Ißler und Norbert Reich Chargierte. Da sich zum Wintersemester aus dem alten Stamm, dem durch Examina und Beruf die Teilnahme am Verbindungsleben sehr erschwert ist, niemand zur Uebernahme der ersten Charge fand, und einige Fuchsengenerationen ausgefallen waren, mußten wir einem mit der Maccabaeatradition nicht verbundenen Bbr., Max Levy, die erste Charge geben. Er wurde von Leon Chitzes XX und Herbert Feige XXX unterstützt. Anfang Januar mußte Chitzes aus beruflichen Gründen decharchargieren, an seine Stelle trat Hans Schelasnitzki. Damit haben wir das erstemal der jungen Generation die Verantwortung übertragen, die nun mehr und mehr die Führung der Verbindung übernehmen soll. Sie ist kein getreues Abbild der älteren, wird aber doch, wenn auch auf andere Art, den alten Weg der Maccabaea fortsetzen. Die Verbindung hat heute eine Stärke von 28 Mann, im Wintersemester hatten wir fünf Rezeptionen. Ein Hauptgebiet der Verbindungsarbeit war, wie in den vorigen Semestern, das Hebräische. Die Bundesbrüder nahmen an drei Kursen teil; der Fortgeschrittene ist in der Schule der jüdischen Jugend, die beiden anderen im Rahmen des K. J. V. Wir werden bald daran gehen können, eine sinnvolle Hebraisierung des Verbindungslebens durchzuführen. Im Fuchsenkurs behandelte A. H. Etienne Bäsch Tendenz mit starker Beziehung auf aktuelle Vorgänge. Leider konnte er mangels Zeit die unbedingt notwendige Arbeit eines Fuchsmajors nicht durchführen. Für die ganze Verbindung hielt Bbr. Hans Anton Wolff von August bis November einen Kurs über jüdische Geschichte zur Zeit der Bibel, dem sich ein Palästinakurs unter Moritz Bileski anschloß, der noch einige Monate in Anspruch nehmen wird. Er setzt eine allgemeine Kenntnis von Palästina voraus und behandelt die einzelnen Gebiete wie Recht, Verwaltung, Landwirtschaft, soziale Verhältnisse usw. sehr eingehend. Zusammen mit dem Sport-V. J. St. veranstalteten wir unter Leitung von A. H. Siegfried Kanowitz ein politisches Seminar über: „Zeit- und Streitfragen im Zionismus", in dem einzelne Bundesbrüder Referate hielten. Weiter beteiligte sich die Verbindung an der Vortragsreihe von A. H. Justus Schloß über den Islam und die Araber. 75