Der jüdische Student
- Journal
- Der jüdische Student
- Volume
- 27 (1930)
- Issue
- Heft 1-2 (Januar 1930)
- Date
- 1930-01-01
- Page
- [Seite] (sequence 6)
- Language
- German
- Belongs to
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Der Umfang der gesamten Korrespondenz des Präsidiums wird deutlich durch die Zahl von weit über 3000 Briefen, die eingingen und nicht nur formell beantwortet, sondern sachlich erledigt werden mußten. Die Zahl der vom Präsidium ausgehenden Schreiben war eine weit größere. Unbehindert dadurch, daß einzelne seiner Mitglieder durch hauptberufliche zionistische Arbeit außerhalb Berlins, andere durch Examensvorbereitung und Krankheit der Präsidiumsarbeit in Berlin vorübergehend entzogen waren, hat das Präsidium als solches unablässig seine Bemühungen fortgesetzt, in sachlicher Arbeit den Interessen des Kartells und aller seiner Mitglieder zu dienen. Das kommende Kartelljahr sollte eine unbeirrte Fortsetzung und Steigerung dieser Arbeit bringen. Gerade in den zu erwartenden schwierigen zionistischen Situationen des kommenden Jahres kann nur Arbeit und Unterordnung aller persönlichen, beruflichen und parteimäßigen Interessen unter das gesamte Interesse der zionistischen Aufgaben das Kartell zusammenhalten und vorwärtsbringen. Nichts wäre im gegenwärtigen Augenblick unangebrachter für jeden Zionisten, als Zufriedenheit mit der zionistischen Lage und mit den Ergebnissen eigener Arbeit. Das gilt im erhöhten Maße vom Kartell, dessen Angehörige sich ja zionistische Höchstleistungen einmal zum Ziel gesetzt hatten und von denen nur zu viele und leider auch schon zu viele Jüngere und Jüngste anderen, wenn auch noch so verständigen Interessen den Vorrang vor ihrer zionistischen Arbeit geben. Je stärker sich die Bundesbrüder daran gewöhnen, mehr von sich und weniger von anderen zu erwarten, je stärker sie sich daran gewöhnen, etwas von sich und nicht alles von einer jeweiligen Leitung zu fordern, desto größer wird das Ergebnis der gemeinsamen Arbeit sein. Zu den vom Präsidium kartellordnungsgemäß für die künftige Leitung vorgeschlagenen Bundesbrüdern kann das Kartell das Vertrauen haben, daß sie unbeirrt die Arbeit fortsetzen, den Gebieten der Erziehungs- und Jugendarbeit ihr besonderes Bemühen widmen und die Einheit des Kartells über alle inneren und äußeren Schwierigkeiten hinaus aufrecht erhalten werden. Möge der 10. Kartelltag bei seinen Beratungen und Beschlüssen vom Geiste zionistischer Verantwortung und bundesbrüderlicher Verbundenheit getragen sein. Das Präsidium des K.J.V. * Was jeden K. J.V. er interessiert: Examina, Niederlassungen, Verlobungen, Eheschließungen, Todesfälle und Geburten — alles dies sollte regelmäßig dem „J. St." zur Veröffentlichung mitgeteilt werden. Wir bitten die Verbindungen, Altherrenbünde und Bezirksverbände dafür zu sorgen, daß der „J. St." endlich einmal zu einer anständigen Rubrik „Personalia" gelangt. 6