Der jüdische Student
- Journal
- Der jüdische Student
- Volume
- 26 (1929)
- Issue
- Heft 10 (Dezember 1929)
- Date
- 1929-12-01
- Page
- [Seite] (sequence 42)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
- OCR quality
- 98% known words query
- IRI
…/3537599-3537802-3537811--7382-3545424- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
OCR text
sein, die ihn in seiner Tätigkeit stützt und ermuntert, unser Bund müßte der Ort sein, an welchem er sich Rat holt, wenn er über die Richtung seiner Tätigkeit im Zweifel ist, in unserem kameradschaftlichen .Kreise ernster Männer müßte er den Ort sehen, wo er Klärung strittiger Fragen findet. In dieser skizzierten Richtung geleitete Bünde werden sehr bald eine Tradition bilden. Männer unserer Bünde werden sehr bald als bestimmte Form empfunden werden. Sehr bald heißt zwar in diesem Zusammenhang: Jahre und Jahrzehnte. Wenn in 20 Jahren in Tiberias Gevatter, Schneider und Handschuhmacher an ihrem Gaststammtisch zusammen sitzen und sich über den morgen aus Jerusalem eintreffenden neuen Landrat unterhalten, dann wird einer von ihnen sagen: Ich weiß, daß er ein Mitglied vom Brith 28 ist und damit wird gesagt sein, er ist ein moralisch integrer Mann, er ist ein Mann, der gewohnt ist, auf Grund seiner Erziehung sein Urteil erst nach reiflicher Erwägung zu fällen, das einmal gefällte Urteil aber mit starker Hand durchzusetzen. Er ist ein Mann, der dazu erzogen ist, den Judenstaat durchzusetzen und an seiner dauernden Vervollkommnung zu arbeiten, wenn es sein muß, auch unter Aufgabe seines individuellen Lebens. Wenn wir diese Tradition schaffen und eine genügende Zahl Männer, die in dieser Tradition erzogen sind, ist unsere Aufgabe erfüllt. Viele Jahre angestrengter Arbeit werden darüber vergehen, aber wenn Ihr wollt, ist es kein Märchen. Unsere ersisemesirigen Füchse. Eine Statistik. Das Erziehungsressort des Präsidiums hat im Sommersemester 1929 einen Fragebogen an die Verbindungen verschickt zur Ausfüllung durch die erstsemestrigen Füchse. Der Hauptzweck dieses Fragebogens war, die jüdische Atmosphäre, in welcher unsere Füchse vor Eintritt in das Kartell lebten, besonders die jüdische Stellung des Elternhauses, festzustellen; ferner die Stellung zum Zionismus vor Eintritt in das Kartell und die Zugehörigkeit zu jüdischen Jugendverbänden, endlich die Vorkenntnisse unserer Füchse in allgemein-jüdischer Beziehung und in Hebräisch. Es ist natürlich von der größten Wichtigkeit für uns zu wissen, ob wir nur solche Leute keilen können, die vorher schon Zionisten waren, oder ob wir immer noch — oder wieder — die Fähigkeit haben, Menschen, die dem Zionismus vorher indifferent oder feindlich gegenüber gestanden haben und aus einer entsprechenden jüdischen Umwelt kommen, für uns zu gewinnen. Daneben wurde auch nach dem Stande des Vaters und dem Studium des Fuchsen selbst gefragt. Von den Verbindungen gingen 62 Fragebogen beantwortet ein, die restlichen, zirka 30, waren trotz vielfacher Mahnungen nicht hereinzubekommen! Das Material ist daher nicht vollständig. Es braucht auch kaum darauf hingewiesen zu werden, daß eine Statistik, die mit verhältnismäßig so geringen Zahlen arbeitet, notwendig Zufällen ausgesetzt ist und unter Fehlerquellen leidet. Es wird daher notwendig sein, daß eine derartige Statistik regelmäßig 42