Der jüdische Student
- Journal
- Der jüdische Student
- Volume
- 26 (1929)
- Issue
- Heft 9 (November 1929)
- Date
- 1929-11-01
- Page
- [Seite] (sequence 36)
- Language
- German
- Belongs to
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keiner Weise einverstanden, sondern spricht dem Präsidium in seiner jetzigen Zusammensetzung sein vollstes Vertrauen aus. Der C. C. der V. J. St. „Hasmonaea"* Willi Sommerfeld. Werner Steinberg. Von den zahlreichen Schreiben einzelner Bundesbrüder zu der Erklärung des Präsidiums und der Revokation Lichtheims in der Angelegenheit des Hed-Bethar-Artikels „Was not tut" bringen wir nur folgende zwei Briefe: Liebe Bundesbrüder! Euren Brief vom 4. Oktober als Antwort auf mein Schreiben vom 18. September habe ich erhalten. Die Erklärung des Präsidiums, die am Montag, dem 30. September abgegeben wurde, besteht unverändert als letzte Stellungnahme des Präsidiums. Diese Erklärung kann niemand akzeptieren, der an einem Kartell mit anständigen Beziehungen unter Bundesbrüdern Interesse hat. Ihr steht dort zu der Form, die Lichtheim für die Zurücknahme gewählt hat, erteilt den Bundesbrüdern einen Tadel, die das „bekannte Rundschreiben gegen Lichtheim versandt haben", trotzdem Ihr selbst sie zu dieser Form des Vorgehens gezwungen habt, und habt durch Erklärungen, die namens des Präsidiums in der Versammlung vom 30. September abgegeben wurden, das Verhalten der Bundesbrüder, die sich zur Versendung des Rundschreibens entschlossen, vollauf gerechtfertigt. Nachdem zunächst die Nichtaufnahme des Artikels von Kanowitz mit technischer Unmöglichkeit erklärt wurde, gab man offen ni; daß dieser Artikel auch aus prinzipiellen Gründen in jedem Falle abgelehnt worden wäre. Ihr beruft Euch auf die Wahl auf dem Frankfurter Kartelltag. An dieser Wahl habe ich sehr aktiv mitgewirkt. Meines Wissens haben auch alle Unterzeichner des Rundschreibens dort Lichtheim gewählt. Auf diesem Kartelltag hat Lichtheim wiederholt ausdrücklich seine volle Uebereinstimmung mit mir in seinen Grundanschauungen, soweit sie im Kartell in der Erziehung zum Ausdruck kommen sollten, betont. Lichtheim rechtfertigt sich damit, daß er von völlig veränderten Verhältnissen im Zionismus spricht, als man ihm und dem Präsidium vorhielt, daß mit doppeltem Maß gemessen wird, wenn etwa Dr. Schachtel Lichtheim im allgemein-politischen Leben als Revisionistenführer, nicht etwa in seiner Eigenschaft als Präsiden des Kartells, in der „Rundschau" ironisierte und dann das Präsidium eine Haupt- und Staatsaktion seitens des Kartells inszeniert, ohne auch nur die Stellungnahme des Geschäftsführenden Ausschusses abzuwarten, und wenn heute Bbr. Lichtheim seine unerhörten Beleidigungen im politischen Kampf losläßt. In der Tat handelt es sich heute um eine völlig veränderte Situation, um eine Situation, bei der keiner von uns einen militanten, extremistischen Parteiführer zum Präsiden unseres Kartells wählen würde, wenn das Kartell auch in Zukunft die Heimat von Zionisten aller Richtungen sein soll. Völlig unverständlich sind mir ferner die neuartigen Ehrbegriffe, die einen Unterschied zwischen der Ehre von K. J. V.ern und der Ehre von Nichtbundesbfüdern machen. Das Kartell hat darüber zu wachen, daß von ihm für das 36