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Der jüdische Student · 1929-10-01 · Heft 8 (Oktober 1929) · p. [Seite]

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Journal
Der jüdische Student
Volume
26 (1929)
Issue
Heft 8 (Oktober 1929)
Date
1929-10-01
Page
[Seite] (sequence 4)
Language
German
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An alle Bundesbrüder! Die blutigen Ereignisse in Palästina haben die gesamte Juden« heit in die tiefste 'Erregung und Bestürzung versetzt. Der arabische Angriff auf den Jischuw, die Niedermetzelung und Verwundung zahlreicher Juden, die Zerstörung von Siedlungen, die in jahrzehntelanger, mühevoller Arbeit von uns aufgebaut wurden, die Meldungen über die zweideutige Haltung der palästinensischen Regierung — alles das schafft unter der Judenheit Verwirrung und es werden Zweifel laut, ob denn unter diesen Umständen die Fortführung des Palästinaaufbaues überhaupt möglich sei. Schon tauchen wieder die Unglückspropheten auf, die sich noch bei jeder kritischen. Lage der zionistischen Bewegung eingestellt haben, und sagen das Ende des Zionismus und des jüdischen Palästina voraus. Zweifeilos wird eine pessimistische und skeptische Stimmung sich vieler Nichtzionisten, vielleicht sogar mancher nicht gefestigter Zionisten bemächtigen, eine Stimmung, die für unser Werk wirklich verhängnisvoll werden könnte,, wenn ihr nicht wirksam entgegengetreten wird. Hier muß das K. J. V. beweisen, daß es wirklich das darstellt, als was es sich oft bezeichnet hat: das Rückgrat des deutschen Zionismus. Jeder K. J. V.er, ob Alter Herr oder Aktiver, muß in den Zionistischen Organisationen und in seinem persönlichen Kreis den ungebrochenen Aufbauwillen des jüdischen Volkes verkörpern. Wir wissen, daß Palästina unsere Aufgabe und unser Schicksal ist, und daß wir uns nicht durch Fehl- und Rückschläge, die jedes große Werk im Laufe seiner Verwirklichung erleidet, auch nicht durch Hindernisse und Gefahren davon abhalten lassen werden, das jüdische Volk in seiner historischen Heimat zu verwurzeln. Einfach deshalb, weil hier für das jüdische Volk der einzigevWeg zum Weiterleben liegt. Die politischen und materiellen Grundlagen für den weiteren gesicherten Aufbau zu schaffen, ist Aufgabe der Zionistischen Organisation nach außen. Daneben erwächst uns die große Aufgabe, durch unser Beispiel und durch unser Wort, durch die immer wieder erneute Darlegung der zionistischen Idee und der Wege zu ihrer Ausführung, durch verstärkte Wirkung für die Fonds, die Wankenden und Verzagten im Judentum zu stärken, neue Menschen an uns her* anzuziehen und es dahin zu bringen, daß aus dem harten Schlag, der unser Werk getroffen hat, kein Rückgang des Aufbauwerkes entsteht, im Gegenteil, eine neue Weile allgemeiner jüdischer Leistung für Palästina. Das Präsidium des K.J.V. 4

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