Mannheim
Compact Memory

Der jüdische Student · 1929-07-01 · Heft 7 (Juli 1929) · p. [Seite]

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Der jüdische Student
Volume
26 (1929)
Issue
Heft 7 (Juli 1929)
Date
1929-07-01
Page
[Seite] (sequence 27)
Language
German
Belongs to
journal issue
OCR quality
97% known words query
IRI
…/3537599-3537802-3537808--7254-3545293
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

No entity mentions on this page.

OCR text

In dieser Beziehung war auch hinderlich, daß ein regelmäßiger Sportbetrieb in diesem Semester nicht stattfinden konnte. Wir mußten uns auf die sonntäglichen Ruderfahrten beschränken, an denen leider immer nur ein verhältnismäßig kleiner Kreis von Bbr. teilnehmen konnte. Die Fuchsenstunde wird dadurch erschwert, daß ganz junge und ältere Bbr., die schon eine längere zionistische Tätigkeit hinter sich haben, an ihr teilnehmen. Von der Einführung einer Commentfuchsenstunde haben wir bislang Abstand genommen, weil wir der Meinung sind, daß Fragen der persönlichen Lebenshaltung nicht in einem größeren Kreis besprochen werden können und daß der äußere Comment besser in einer zwangloseren Weise, als es in einer Fuchsenstunde gemeinhin geschieht, beigebracht werden kann. Unsere Keilarbeit hat leider nicht die notwendigen Erfolge gezeigt. Drei Jungens haben sich bei uns aktiv gemeldet, darunter zwei ehemalige Kameraden. Wir erwarten im Laufe der nächsten Zeit noch drei weitere Aktivmeldungen. Unsere Keilarbeit litt bisher daran, daß wir im allgemeinen auf die Reste der zionistischen Jugendbewegung angewiesen waren, deren Ausfall sich mit den Jahren immer empfindlicher bemerkbar macht Neue Kreise zu erfassen fällt naturgemäß schwer. Es bleibt uns keine andere Wahl, als jetzt mit einem neuen auf längere Sicht berechneten Vorstoß gegen die Assimilation zu beginnen, der, wie wir hoffen, nächste Ostern seine Früchte tragen wird. Wir veranstalten zu diesem Zweck regelmäßige Diskussionsabende, die von den jetzigen Oberprimanern zahlreich besucht werden. Es wurde bis jetzt über das Problem der Nation und über Zionismus und Religion gesprochen. Nach den großen Ferien wird eine Auseinandersetzung mit dem Sozialismus folgen. Außerordentlich erfreulich entwickelt sich bei uns der hebräische Betrieb. Die meisten Bbr. besuchen die hebräische Sprachschule, die Herr Reznico in vorbildlicher Weise leitet. Daneben hat sich ein Konversationszirkel gebildet, an welchem hebräische Zeitungen gelesen werden und nur hebräisch gesprochen wird. Nach den großen Ferien wird in Breslau ein Chug Iwri unter starker Beteiligung unserer Bbr. ins Leben gerufen werden. Die Arbeit in der Verbindung war im übrigen der Vorbereitung für den Kongreß gewidmet. Es wurden Referate über die aktuellen Frage» des Palästinaaufbaues gehalten. Diese Vorträge wurden durch die Wahlversammlungen der Parteien wirksam ergänzt. Bei regelmäßigen Zusammenkünften bei Alten Herren wurden Fragen der hebräischen Kunst und Literatur erörtert. Am Anfang des Semesters wurden fünf Füchse in den B. C. aufgenommen. Die Burschenprüfung zeigte eine erfreuliche Anteilnahme gerade unserer jüngeren Bbr. am zionistischen Geschehen. Mit bundesbrüderlichem Gruß V.J.St. „Hasmonaea" im K. J. V. I. A.: Hans Sternberg. 2T

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.