Der jüdische Student
- Journal
- Der jüdische Student
- Volume
- 26 (1929)
- Issue
- Heft 7 (Juli 1929)
- Date
- 1929-07-01
- Page
- [Seite] (sequence 18)
- Language
- German
- Belongs to
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nungskonvent des Sommersemesters Gerling, Alfons Gundermann und Heinz Klewanski zu Chargierten gewählt. Die Verbindung setzt sich hauptsächlich aus älteren Bundesbrüdern zusammen, eine junge Fuchsenschaft gibt es so gut wie gar nicht, und so ergab sich für uns die doppelte Aufgabe, einerseits für diesen Kreis älterer und bis zu einem gewissen Grade zionistisch bereits erzogener Menschen adäquate Arbeitsmöglichkeiten zu schaffen, andererseits diesen Zustand zu überwinden und die Verbindung zu normalisieren. So war der Winter mit seinen naturgemäß geringen Keilmöglichkeiten einer intensiv sachlich zionistischen Arbeit gewidmet, während wir uns im Sommer vor allem bemühten, neben einer intensiven Erziehungsarbeit für die Stärkung des Kon-, nexes und die Gewinnung neuer Menschen zu sorgen. Wir begannen das Wintersemester in verhältnismäßig starker Besetzung, da wir von anderen Verbindungen eine größere Anzahl Bundesbrüder überwiesen bekommen hatten und entschlossen uns zunächst, das Hauptgewicht auf eine intensive hebräische Arbeit zu legen, die das Erlernen des Hebräischen so fest im Verbindungsleben verankern sollte, daß es zu einer selbstverständlichen Institution würde. Diese Arbeit wurde unter großen finanziellen Opfern zunächst mit eigenen Mitteln durchgeführt, in der letzten Zeit des Semesters gelang es uns, die Uebernahme unserer Kurse durch die hier bestehende Schule der jüdischen Jugend zu erreichen. Dabei blieben wir in geschlossenen Kursen mit unserem eigenen Lehrer zusammen. Die hebräische Arbeit wurde in der gleichen Weise während der Ferien und auch im Laufe des Sommers durchgeführt, so daß wir wöchentlich mehrere Stunden hebräisch gelernt haben. Wenn auch die Erfolge in dieser Zeit noch nicht bedeutend sein können und technische Schwierigkeiten zu lösen bleiben, so sind doch insbesondere bei den Bundesbrüdern, die schont etwas hebräisch konnten, Fortschritte erreicht worden und vor allem ist die Frage des Hebräischlernens innerhalb der Maccabaea gelöst. Es kann sich dabei in Zukunft nur noch um das Wie und nicht mehr um das Ob handeln. Die übrigen Abende des Wintersemesters und unserer Konvente dienten der Aussprache über zionistisch politische Fragen und über die Aufgaben des Kartells. So unterhielten wir uns über die Erweiterung der Jewish Agency, gestützt auf Referate von A. H. A. H. Bileski und Lichtheim, und da die meisten von uns vorher als Ortiner auf der A. C.-Sitzung ttätig gewesen waren, brachten diese Abende eine willkommene Klärung der bei dieser Tätigkeit empfangenen unmittelbaren Eindrücke. Gegen Ende des Semesters beschäftigten wir uns auch mit einer anderen zionistischen Gruppe gemeinsam mit Fragen der zionistischen Arbeit in Berlin und ein Referat von A. H. Kanowitz zeigte uns die hauptsächlichsten auf diesem Gebiete liegenden Aufgaben. Einige gesellige Veranstaltungen förderten den Konnex unter den Bundesbrüdern. So waren wir zu Anfang des Semesters bei A. H. Salli Hirsch zusammen, veranstalteten eine gemeinsame Chanukkahfeier und noch ein kleines Fest zum Abschluß des Semesters. Unsere Keilarbeit war, wenn man die schwierigen Verhältnisse in Berlin in dieser Hinsicht berücksichtigt, erfolgreich. Gegen Ende des Wintersemesters kam eine Anzahl 18