Der jüdische Student
- Journal
- Der jüdische Student
- Volume
- 26 (1929)
- Issue
- Heft 7 (Juli 1929)
- Date
- 1929-07-01
- Page
- [Seite] (sequence 10)
- Language
- German
- Belongs to
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werden muß: Das K. J. V. wiederum zum lebendigen Mittelpunkt des deutschen Zionismus zu machen, und die Bundesbrüder, alte wie junge, in immer engere Fühlung mit den Fragen und Aufgaben zu bringen, die auf organisatorischem, politischem und wirtschaftlichem Gebiet der Lösung harren, wenn der Zionismus verwirklicht werden und die deutschen Zionisten ihren Anteil an dieser Verwirklichung haben sollen. Berichte der Bezirksverbände und Alt-Herrenbünde. Rosenkranzbund im V. J. St. Der Rosenkranzbund sieht seine Aufgabe darin, für seine Mitglieder ein bundesbrüderlicher Mittelpunkt zu sein und in zwangloser Form, mehr durch menschlich-freundschaftliches Bedürfnis als durch korporativen Zwang getrieben, die Möglichkeit zu zionistischer Aussprache und Betätigung zu geben. Es ist bis zu einem gewissen Grade in unserem Kreise gelungen, eine besondere Zusammengehörigkeit zu schaffen, was an sich durch den Umstand erschwert wurde, daß die Mitglieder weder alle aus der gleichen Verbindung hervorgegangen sind noch alle den gleichen Jahrgängen an* gehören. Die Veranstaltungen fanden auch im letzten Jahre etwa alle drei Wochen meist in den Wohnungen der Bundesbrüder statt und trugen einen zwanglosen, klubartigen Charakter. Von Vorträgen, die z. T. zu eingehenden Diskussionen führten, nenne ich aus dem letzten Jahr: Kilian Bluhm über die „Liberale Weltkonferenz", Kanovvitz über seine „Palästinareise", Felix Danziger über „Palästinensische Fragen", Lichtheim über den „Kartelltag". In den Sommermonaten fanden mehr gesellige Veranstaltungen statt, darunter ein recht gelungener Exbummel nach Wannsee, zu dem uns die Autobesitzer unter uns verhalfen. Die Bedeutung eines solchen Kreises von Aken Herren liegt vor allem darin, daß er ein natürliches Forum darstellt, vor dem besondere jüdische bezw. zionistische Aktionen besprochen und in Fluß gebracht werden können. Im letzten Jahr konnten wir so anläßlich eines Vortrages des A. H. Tuchler uns kräftig an der Aktion für deutsche Chaluzim beteiligen. Aus früheren Semestern erinnere ich an unsere Aufwendungen für bestimmte Einzelaufgaben der Universität Jerusalem und an unsere Beteiligung an den Aufgaben der Jüdischen Gemeinde Berlin bezw. der Volkspartei durch Stellung von Mitarbeitern. Unsere bisherige Tätigkeit ist im ganzen nur ein Anfang und in vielem noch sehT unbefriedigend. Auch fehlt uns, ohne daß wir den Wunsch haben, uns an Zahl zu sehr auszudehnen, was den Charakter unserer Brüder beeinträchtigen würde, ein natürlicher Nachwuchs, wie er etwa durch Angliedurng einer Aktion und Korporation zu erhoffen wäre. Zu Beginn des Wintersemesters soll der Rosenkranzbund bezgl. Leitung und Organisation neu konstituiert werden. Wir denken uns, die Winterarbeit nach Rücksprache mit den anderen A. H.-Organisationen dann etwas systematischer in die Wege leiten zu können. 10