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Der jüdische Student · 1929-06-01 · Heft 6 (Juni 1929) · p. [Seite]

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Journal
Der jüdische Student
Volume
26 (1929)
Issue
Heft 6 (Juni 1929)
Date
1929-06-01
Page
[Seite] (sequence 26)
Language
German
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druth, der die Arbeitslosen-Unterstützung in produktive Arbeitslosen-Fürsorge verwandelte und dadurch das ganze dafür abgesetzte Budget mit in die landwirtschaftliche Kolonisation fließen ließ, durchgeführt wurde. Diesen Plan aber hat die Exekutive zuerst als unvernünftig abgelehnt und erst nachträglich, unter dem Druck der palästinensischen Regierung, gutgeheißen. Fürwahr eine besonders blamable Situation. Hier zeigt sich jener grundsätzliche Fehler, der der Sacher-Exekutive anhaftete und der unter keinen Umständen der ersten Exekutive der erweiterten Jewish Agency vererbt werden darf. Wir haben unter Konsolidierung — für die wir stets waren und die Männer der Linken zuerst gefordert haben — stets einen Grundsatz verstanden, nicht aber ein Schema für bürokratische Maßnahmen. Die jetzige Exekutive hat sich in Bürokratie erschöpft. Sie hat Einfluß und Prestige der zionistischen Zentralbehörde im Lande dauernd sinken lassen. Meute ist es so weit, daß ernsthafte palästinensische Blätter schreiben, man höre nicht mehr auf die Exekutive, man diskutiere nicht mehr mit ihr, man greife sie nicht einmal mehr an. Kein Wort soll gegen eine vernünftige Wirtschaftsgebarung gesagt werden. Aber die Aufgabe der zionistischen Zentralbehörde ist nicht, ausschließlich den Standpunkt des Buchhalters zu wahren, sondern der, Motor des Wirtschaftslebens zu sein, die Führung der Entwicklung in der Hand zu behalten. In diesem entscheidenden Punkte hat die Exekutive in einem solchen Maß versagt, daß selbst denen, die am meisten für ihr Zustandekommen taten und die größte Verantwortung für sie tragen, den Allgemeinen Zionisten Deutschlands, vor ihr graut. Gerade Allgemeine Zionisten haben schon jetzt vor dem Beginn des Kongresses verlangt, daß wieder eine Koalitionsregierung an die Stelle der flügellosen Exekutive treten solle. Die jüdische Arbeiterschaft in Palastina ist das Fundament, auf dem der Zionismus ruht. Ohne den jüdischen Arbeiter ist die Majorität nie zu erreichen, ohne seinen Heldenmut und seine Entbehrungen wäre nicht der zehnte Teil von dem geschaffen, was heute steht. Der Wahlkampf vor zwei jähren und der letzte Kongreß selbst haben uns eine beispiellose Hetze gegen die palästinensische Arbeiterschaft beschert. Der Zionistischen Organisation wurde damit eine Belastungsprobe auferlegt, die sie diesmal dank dem Patriotismus der Arbeiterschaft — überstanden hat, der sie ein zweites Mal kaum gewachsen sein dürfte. Heute, wo jeder weiß, wie falsch jene Anwürfe gegen die Arbeiterschaft waren, wie unberechtigt jene „Vertrauenskrise' war, sind wir bereit, einen Strich unter das Konto der Vergangenheit zu machen. Aber wir verlangen von unseren ehemaligen Gegnern, daß sie dafür sorgen, daß der Geist der Arbeiterschaft, der Geist der Chaluziuth, aufs neue Geltung in der Zionistischen Organisation erhält. Denn nur wenn diese frei bleibt von jenen kleinbürgerlichea Idealen, die manche Gruppen propagieren, kann sie lebendig bleiben. Die Arbeiterschaft fordert von den Zionisten in der G a 1 u t h , in der Landwirtschaft das Selbstbestimmungsrecht des Siedlers, das — unbeschadet der selbstverständlichen Forderung nach ökonomischer Rentabilität in der sozialen Sphäre gelten soll. In der Stadt fordert sie Unterstützung in dem Kampf, den .sie gegen einen zwar kleinbürgerlichen, aber brutalen und simplistischen Kapitalismus kämpfen muß, 2*i

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