Mannheim
Compact Memory

Der jüdische Student · 1929-04-01 · Heft 3-4 (April 1929) · p. [Seite]

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Der jüdische Student
Volume
26 (1929)
Issue
Heft 3-4 (April 1929)
Date
1929-04-01
Page
[Seite] (sequence 45)
Language
German
Belongs to
journal issue
OCR quality
99% known words query
IRI
…/3537599-3537802-3537805--7137-3545173
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

Mentioned entities

OCR text

1 entity mentions

uns bemühen, wieder im Leben der Universität, der jüdischen Akademikerschaft die Stelle einzunehmen, die wir einnehmen müssen, wenn es uns gelingen soll, weitere. Kreise zur Arbeit an Palästina heranzuziehen, und das ist nur möglich, wenn es möglich sein wird, diese weitesten Kreise zur zionistischen Arbeit zu gewinnen." Hermann Lelewer: „Heute spricht man über die Frage: wie muß das Kartell aussehen, um als Kerntruppe entschlossen auf sein Ziel loszugehen? Li cht heim hat seine Meinung hierzu geäußert und dabei an bestimmten Tendenzen zionistisch-sozialistischer Politik Kritik geübt. Preuß hat ihm deshalb fanatischen Haß gegen die Arbeiterschaft vorgeworfen. Ich habe von einem solchen Haß nichts entdecken können. L i c h t h e i m ist davon sehr weit entfernt. Und das mit Recht. Denn wer den Grundsatz verleugnet, daß die Arbeiterschaft eine entscheidende Rolle beim Aufbau des Landes zu spielen hat, der kann nicht Zionist sein. Aber wer Moskau will, kann nicht Jerusalem wollen. Und in der jüdischen Jugend Deutschlands spielt die Frage Moskau durchaus eine Rolle. Es hat keinen Sinn, die Augen dagegen zu verschließen. Dieser jüdischen Jugend müssen wir sagen, daß Moskau und Jerusalem unüberbrückbare Gegensätze sind, Moskau bringt uns nicht Palästina. Eine andere Frage ist die: Wie werden die wirtschaftlichen Dinge in Zukunft aussehen? Aber da kann nur der Jischuw die Antwort geben. Wir müssen uns vor allem damit beschäftigen, wie wir an unsere Jugend wieder herankommen und sie gewinnen für die Rückkehr zum Zionismus und zum Judentum. Dazu kommt das neue große soziale Problem, das nur so gelöst werden kann, daß wir uns weder auf den einseitigen: kapitalistischen Standpunkt stellen, noch für den Klassenkampf entscheiden, sondern auf den übergeordneten nationalen Standpunkt. Sonst geht Palästina zugrunde. Wir müssen über den Dingen stehen, die Interessen ausgleichen. Die Auseinandersetzung mit dem deutschen Judentum muß vom K. J. V. in die Wege geleitet werden und sie muß mit einer Absage an Moskau beginnen. Ich glaube, daß die Gegensätze, die Preuß aus dem Referat von L i c h t h e i m zu entnehmen scheint, nicht vorhanden sind. Der Sport ist heute das Mittel, um die Leute heranzuziehen. Da ist eine Aufgabe für uns K. J. V.er, im Bar Kochba kann man an die Jugend herankommen, oder auf der Plattform der Gemeinde, hier sind die wirklichen Auseinandersetzungen mit dem deutschen Judentum. Unsere Menschen müssen in die Gemeindeverbände kommen, auch hier haben unsere jungen K. J. V.er zu arbeiten. Wichtig ist vor allem auch eine Reorganisation der Ortsgruppen, sie müssen mehr von unseren jungen K. J. V.ern getragen werden. Sie müssen wieder die Brennpunkte des zionistischen Lebens werden. Die Ortsgruppentagung der Z. V. f. D. war geeignet, unseren jungen Menschen zu zeigen, daß der Zionismus nicht nur eine Geldsammelmaschine ist, sondern eine politische, eine geistige Bewegung." Kurt Blumenfeld: „Die Erziehungsdebatte, das heißt die Frage Zionismus und K. J. V., stand immer im Mittelpunkt der Verhandlungen unserer Kartelltage. Aus dieser Debatte erfuhren wir, was unsere Bundesbrüder 45>

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.