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Der jüdische Student · 1929-04-01 · Heft 3-4 (April 1929) · p. [Seite]

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Journal
Der jüdische Student
Volume
26 (1929)
Issue
Heft 3-4 (April 1929)
Date
1929-04-01
Page
[Seite] (sequence 41)
Language
German
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vor deren Uebersehätzung — und hier befinde ich mich! in gewissem Gegensatz zu Kanowitz — ich warnen möchte. Ich halte diese Gruppen für sehr aktive, persönlich-wertvolle aber doch nicht maßgebende Kräfte in der nichtzionistischen Jugend. Mit ihnen ist die Auseinandersetzung nicht in dem Maße notwendig wie mit den Kreisen des Kadimah, in denen man nur Angst hat vor den Konsequenzen des Zionismus, ohne ihn gedanklich überwinden zu wollen. Um diesen Kreis sollen wir kämpfen, in ihn hineingehen. Kadimah und J. J. W. B. sind die Aufgaben unserer Jugendarbeit." Ernst Steinitz: „Ihr habt gestern mit einer großen Mehrheit die Wiedervereinigung des B. Z. K. mit dem K. J. V. beschlossen. Sie bringt Euch eine kleine Zahl von ungefähr 25 Aktiven, verteilt auf nur zwei Verbindungen, die trotzdem sehr geschlossen eine Meinung repräsentieren. Wenn es die Aufgabe des Kartelltages ist, eine Diskussion zu führen über die Organisation des K. J. V., so ist es nicht nur Euer Recht, sondern auch unsere Pflicht dazu zu sprechen. Ihr dürft nicht glauben, daß uns die Entschlüsse über die Reunion sehr leicht geworden sind. Man hat uns den Vorwurf gemacht, wir gingen die Reunion ein, weil wir nicht die Kraft hätten, allein weiter zu leben. Wir sehen bei Euch eine Anzahl von Aktiven, denen wir vorläufig noch fremd gegenüberstehen; das muß beseitigt werden. Aus dieser Tatsache leiten wir nicht das Recht her, ein unbrüderliches Verhalten einzunehmen. Wir haben das Vertrauen zu den Bundesbrüdern, daß sie uns verstehen wollen. Und wir wollen uns gegenseitig unsere Meinung sagen. Der letzte Zweck einer Verbindung ist, die jungen Bundesbrüder zu einem Höchstmaße von zionistischer Arbeit heranzuziehen. Der Zionismus will ein Volk wieder aufbauen. Er will Millionen von Menschen einander nahe bringen, die noch nicht miteinander vertraut sind und sich in ihrem Wesen nicht immer entsprechen. Ich glaube, daß die Ausführung des Gedankens der Heimstätte das einzige ist, das diesen Mangel beseitigen wird. Hier setzt die Arbeit der Verbindung ein. Hier im Galuth muß die Verbindung dem Aktiven die Heimat darstellen. Es ist wichtig, daß er an dieser Gemeinschaft hängt und ein bestimmtes persönliches Verhältnis zu ihr gewinnt und daß es ihm schwer fällt, sie zu verlassen. Dazu gehört unbedingt, daß die Bundesbrüder untereinander ein persönliches Verhältnis gewinnen. Wir sind kein Verein, der zionistische Politik treibt. Wir brauchen zur Verfolgung unserer Ziele eine Gemeinschaft und können nicht damit auskommen, daß der eine oder andere Zjionist ist, sondern man muß zueinander ein bestimmtes persönliches Verhältnis haben. Wir brauchen dazu bestimmte Formen, die uns garantieren, daß hier etwas Gemeinsames besteht. Wenn eine Gemeinschaft werbend auftreten soll, so muß ein Gemeinwille vorherrschen und sich in einer Form äußern. Das bedeutet eine Erziehung zur Disziplin, und ist etwas, was wir alle nötig haben. Wir waren im B.Z.K, ein kleiner Kreis, daher konnten wir einheitlich auftreten. Wir wissen, daß das in einem großen Kreis nicht möglich ist. Ich glaube, daß die Entwicklung des Kartells in den letzten zehn Jahren nicht so fortgeschritten ist, wie es sein müßte. Ich glaube, es ist unsere Aufgabe, für den Fortschritt unseres Kartells zu sorgen. Das ist die Auf- 41

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