Der jüdische Student
- Journal
- Der jüdische Student
- Volume
- 25 (1928)
- Issue
- Heft 8 (Dezember 1928)
- Date
- 1928-12-01
- Page
- [Seite] (sequence 30)
- Language
- German
- Belongs to
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tiefe, letzte Lebensbereiche, zu denen man mit Zionismus; allein nicht vordringt. Wer immer zionistische Erziehungsarbeit leistet, sollte sich dessen bewußt sein und es denen recht klar machen, die seiner Führung' anvertraut sind. Sonst geschieht es, daß h\enschcn Z'ionhicn v/erden, und blähen im Glauben, Zionismus gebe ihnen die Antwort auf die letzten Dinge des Lebens, und daß sie dann eines Tages, ihren Irrtum bemerkend, sich wütend vom Zionismus abwenden. Wie der Fall unserer ehemaligen Bundesbrüder .Biankenfeld und Pinner zeigt. iDli dl D ÜB p TC €£l 1111 |J €119 Die außerordentlich umfangreiche Palästinaliteratur ist-durch Gerhard Holdheims „Palästina (Idee, Probleme, Tatsachen)" (C. A. Schwetschke & Sohn, Berlin, 1929) um ein Werk bereichert worden, das aus der Fülle des bisher Erschienenen beträchtlich herausragt. Ueber den ersten Teil, „Die zionistische Idee", mögen die Meinungen auseinander gehen. Auch Hokiheim sagt nichts Neues, bringt keinen Gedanken, der als Versuch einer ideologischen Neufundierung des Zionismus betrachtet werden könnte. Aber er sagt das, was zur Judenfrage und zur Bedeutung Palästinas für sie bisher vorgebracht worden ist, klar, deutlich und ohne jenes Uebermaß von Vergeistigung, das es zuweilen schwierig macht, zionistisch-ideologischen Ausführungen zu folgen. Nun ist dieser ideologische Teil aber nach Umfang und Anlage ganz offenbar nur als Einleitung zu dem sehr viel ausführlicheren Abschnitt „Palästina" gedacht. Und dieser Teil des Werkes füllt in der Tat eine Lücke im zionistischen Schrifttum aus. Der ganze Bereich der Palästina-Tatsachen, vom Lande beginnend und mit den Kulturproblemen endend, wird zusammenfassend nach dem neuesten Staude dargestellt. Auch hier wird man in manchen Einzelheiten Einwendungen ei heben können. Wenn Holdheini z. B. die lOO-Dunani-Wirtschaft Ruppins mit aller Selbstverständlichkeit als den normalen Typus landwirtschaftlicher Kolonisation in Palästina hinstellt, ohne auch nur zu erwähnen, daß und in weichem Sinne von Landwirtschaftsautoritäten an diesem Yv irtschaftstyp Kritik geübt worden ist, so erscheint das fast als ein Mangel au Objektivität. Oder wenn über die Aufforstung einige sehr allgemeine Angaben erfolgen, ohne daß irn einzelnen auf Grund der ja doch vorhandenen Unterlagen des K.K.L. festgestellt würde, welche Aufwendungen von zionistischer Seite in die Aufforstung hineingesteckt wurden und was dabei bisher herausgekommen ist, so ist das ein Mangel, den ein derartiges Buch nicht haben sollte. Man könnte diese Beispiele noch um einige vermehren. Indes, das ist nicht entscheidend. Die Mängel werden von den Vorzügen bei weitern überwogen. Unter diesen ist nicht der ietzie die Zuverlässigkeit der tatsächlich gemachten positiven Angaben. Und dann vor allem: Wo gibt es in der zionistischen Literatur ein - Werk, das so viel Tatsachen so übersichtlich, klar und knapp zusammenstellt? Wer sich über die Gesamtverhältnisse Palästinas in Kürze orientieren will, dem darf dieses Handbuch nur empfohlen weiden. Pck. 30